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Versuch einer Deutung der Entstehung von Wolfram- und Zinnlagerstätten

Gundlach, H.; Thormann, W.

Kurzfassung

Zusammenfassung Eine Diskussion der bisher bekannten Daten über Flüchtigkeit und Löslichkeit der W- und Sn-Verbindungen gestattet eine Deutung der Entstehung von pneumatolytischen und hochthermalen Lagerstätten dieses Elementes einschließlich des Transportes von W und Sn vom Pluton bis zum Absatzort. Die in den hydrothermalen Lagerstätten vorkommenden Metalle verlangen einen Transport in Form von Lösungen. Die Möglichkeiten der Beschaffenheit solcher Lösungen werden erörtert; je nach Dauer der pneumatolytischen Phase, Nebengestein und Lösungsinhalt können sie sauer oder alkalisch gewesen sein. Für den Transport des W unterhalb des katathermalen Bereichs wird die Möglichkeit der Bildung von Si-W-Heteropolysäuren zur Diskussion gestellt. Diese Verbindungen ermöglichen einen Transport des W in saurer Lösung auch bei Anwesenheit von Fe, Mn und Ca; Neutralisation der Lösungen bringt dann die Erze zum Ausfallen. Die gefundenen Gesetzmäßigkeiten werden am Beispiel verschiedener Lagerstätten erläutert, wobei besondere Aufmerksamkeit den um die bolivianischen Granite zonar angeordneten Lagerstätten zugewandt wird. Die Autoren danken Herrn Professor Dr. THEILHACKER, Organ. Chem. Institut der Technischen Hochschule Hannover, für die Erlaubnis, in seinem Institut Versuche mit dem Bombenrohr ausführen zu dürfen. Für Röntgenaufnahmen sei Herrn Dr. F.-J. ECKHARDT, Hannover, gedankt. Für Diskussionen und Anregungen danken wir Herrn Dr. F. BERNDT, Oruro, Bolivien, für Diskussionen und kritische Stellungnahmen Herrn Dr. F. AHLFELD, La Paz, Bolivien, Herrn Prof. Dr.-Ing. H. BORCHERT und Herrn Dipl.-Ing. J. DYBEK, Clausthal-Zellerfeld, sowie Herrn Prof. Dr. A. CISSARZ, Hannover.