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Kalkkrusten im östlichen Mittelmeergebiet

Rutte, Erwin

Kurzfassung

In Fortführung von Kalkkrusten-Untersuchungen in Spanien (1956) wurden 1958 Griechenland und 1959 Türkei, Syrien, Libanon sowie Südgriechenland bereist. Der Deutschen Forschungsgemeinschaft danke ich auch an dieser Stelle für die erneute Gewährung einer Reisebeihilfe. Zusammenfassung Die verschiedenen Kalkkrusten-Gesteinsvarietäten werden beschrieben und genetisch gedeutet. Hinweise auf Bildungsvoraussetzungen, Bildungsraum, Fossilisierung, Altersfragen und Bedeutung. Einige Andeutungen von subfossilen Kalkkrusten finden sich auf entsprechenden Unterlagen bereits in Mazedonien und in Thrazien bei Niederschlägen zwischen 500 und 700 mm im Jahr (Umgebung von Saloniki, zwischen Edirne und Istanbul). Charakteristischer für diese Randbereiche der Kalkkrustenverbreitung - Gebiete, in denen sich Niederschläge und Verdunstung ungefähr die Waage halten - sind jedoch Anreicherungen von Kalkkonkretionen (Nodulos; RUTTE 1958, S. 126) innerhalb lockerer Kalkmergel in Abschnitten nächst der Oberfläche. Im Unterschied etwa zu Lößkindln zeigen derart entstandene größere Konkretionen fast stets eine längliche Form, mit der Längsachse stehen sie senkrecht zur Erdoberfläche. Nach einem Bereich von durchschnittlich 70 bis 80 cm verringert sich regelhaft die Menge. Es sind Bildungen, die aus absteigenden Kalklösungen entstehen. Der Beginn der Konkretionenbildung wird punktförmig durch weiche, mehlige Ansammlungen des Kalkes angezeigt, später verhärten diese zu festen Knollen. Im Kalkkrustenareal werden sie außen von Kalklamellen umkrustet. Im nicht zu alten (reifen) Profil stehen neben harten (älteren) Konkretionen die weich-mehligen als Anzeiger ständiger Neubildungsprozesse.