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Schiefrigkeit und tektonische Achsen im Gebiet des Velberter Sattels (Rheinisches Schiefergebirge)

Richter, Dieter

Kurzfassung

Zusammenfassung Im Gebiet des Velberter Sattels wurde der Zusammenhang zwischen Faltung und Schieferung sowie die sich aus dem Zusammenwirken beider Vorgänge ergebende B- und S-Tektonik näher untersucht. Während die Achsen des Antiklinoriums in den Flinzschiefern und Riffkalken des oberen Mitteldevons und unteren Oberdevons ganz flach gegen NE einschieben, zeigt sich örtlich im Bereich der obersten Velberter Schichten, etwa zwischen Kleinehöhe und Neviges, eine Zone mit steilem rampenartigem Abtauchen. Im Flözleeren selbst nehmen die Großfaltenachsen dann wieder das allgemeine flache Einsinken nach NE an. Die Ursache für die Bildung dieser Achsenrampe ist in der starken Längung der geschieferten Devonschichten parallel b zu suchen, die aber durch das Einspannen in den weniger dehnbaren Rahmen der benachbarten Kruste nur als Achsenverbiegung ("Weg ins Freie") zur Wirkung kommen konnte. Es müssen zwei Generationen von Kleinfalten unterschieden werden, deren eine syntektonisch mit der einsetzenden Großfaltung entstand, während die zweite durch die später in die Tektogenese eingreifende Schieferung hervorgerufen wurde. Da die Schiefrigkeit vom Generalstreichen durchschnittlich um 10° (im Uhrzeigersinn) abweicht, unterscheiden sich die Achsen der Kleinfalten der zweiten Generation sowie die delta-Achsen in ihrem Verlauf und ihrer Neigung meist erheblich von den Achsen der Groß- und Kleinfalten der ersten Generation.