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Paläogeographie und Genese der Eisenerzvorkommen des Dogger beta von Etzel-Friedeburg in Ostfriesland und Staffhorst bei Nienburg

Thienhaus, Rolf

Kurzfassung

Zusammenfassung In dem tonigen Faziesgebiet des Unteren Doggers Nordwestdeutschlands sind an der Basis des Dogger beta häufig eisenoolithische Erze verbreitet. Die Erzprofile zeigen untereinander bemerkenswerte Ähnlichkeiten. Sie sind charakterisiert durch sideritisch-chamositische, teils dichte, teils oolithische Erze, die in den mächtigeren und qualitativ besseren Bereichen magnetitische oder hämatitische Erzlager einschließen. Bemerkenswert ist ein konglomeratischer Lagerteil im obersten Teil des Erzhorizontes (Dachkonglomerat). Die Lagerstätten sind geochemisch zonar gegliedert und nach ihrer Abbohrung qualitativ und quantitativ klar erfaßbar. Sie stellen wegen ihrer hohen Fe- und geringen SiO2-Gehalte eine wichtige, bisher noch unerschlossene Reserve dar. Die Erzoolithe von Etzel-Friedeburg sind in ihrer mächtigen und qualitativ bauwürdigen Ausbildung an die Randsenke des Salzstockes von Etzel gebunden (Typ Friedeburg). Die Erzsubstanz stammt von abgetragenen und aufbereiteten Liasschichten des Salzstockes, der während einer eruptiven Aufstiegsphase von dem transgredierenden Dogger beta überflutet wurde. Geringmächtiger, aber weiträumiger verbreitet sind die Erzoolithe von Staffhorst, die in dem Senkungsbereich zwischen allmählich aufsteigenden Strukturen abgesetzt wurden (Typ Staffhorst). Es liegt nahe, die Erzentstehung der Dogger beta-Erze auf ähnliche Ursachen zurückzuführen: aufsteigende, halokinetisch bedingte Strukturen und die regional verbreitete Transgression zu Beginn des Dogger beta, die auf diese Hebungs- und Liefergebiete übergreift.