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Probleme des "Sonnenbrandes" basaltischer Gesteine

Ernst, Th.

Kurzfassung

Das Problem des "Sonnenbrandes" basaltischer Gesteine steht - von der technischen Seite aus gesehen - nicht mehr so im Vordergrund der Betrachtung wie in früheren Zeiten, als das basaltische Gesteinsmaterial mehr zu Pflastersteinen verarbeitet wurde. Bei der Verwendung zu Splitt haben diese Erscheinungen keinen so schwerwiegenden Einfluß, trotzdem aber sollte man die Ursachen des Zerfalles kennen, um die möglichen Fehler abschätzen zu können; außerdem gewinnt das Problem heute deswegen ein erhöhtes Interesse, weil durch neuere physikalisch-chemische Untersuchungen der bereits früher festgelegte Tatsachenbestand erklärt werden kann und weil damit ein allgemeines Problem aufgezeigt wird, das über diese spezielle Frage hinaus allgemeine Beachtung verdient. 1. Beziehungen zwischen "Sonnenbrand" und primärer Analzimführung Da über die vielfältigen Erscheinungen des "Sonnenbrandes" und ihre früheren Deutungsversuche die Arbeit von K. PUKALL (1938) einen eingehenden Überblick gibt, kann hier auf die Literaturübersicht verzichtet werden. 1940 konnte durch TH. ERNST und F. K. DRESCHER-KADEN der Nachweis geführt werden, daß in allen untersuchten Gesteinsvorkommen, die entsprechende Zerfallserscheinungen zeigten, Analzim in den Fleckengebieten vorkommt, während die dazwischenliegende dunklere Gesteinsmasse keinen Analzim enthält. Zwischen den verschiedenen Abarten: "Echter Sonnenbrand", "Sonnenbrand-ähnlich", "Pseudo-Sonnenbrand" bestehen nur quantitative Differenzen. Der Analzim kommt im allgemeinen in der feinsten Intergranulare zwischen den übrigen gesteinsbildenden Mineralien vor, und zwar ist in allen diesen Gesteinen, die solche Zerfallserscheinungen zeigen, eine selektive Analzim-Verteilung in kugeligen oder netzartigen Bereichen festzustellen.