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Lagerstättenkundliche Studie über Magnesit in den Ostalpen

Leopold, G.

Kurzfassung

1. Einleitung Der Magnesit der Ostalpen ist neben Kohle und Eisen der wichtigste bergbauliche Rohstoff, den das Bundesland Österreich besitzt. Man konnte vor etwa 30 Jahren von einem österreichischen "Magnesitmonopol" sprechen. Es gab vor dem Ersten Weltkrieg außerhalb der österreichisch-ungarischen Monarchie keine Magnesitbergbaue von Bedeutung. Seit der Zeit des Zweiten Weltkrieges ist durch die Gewinnung des Magnesits aus dem Meerwasser und durch die Erschließung großer Lagerstätten in zahlreichen Ländern das österreichische Magnesitmonopol gebrochen worden. Trotz allem ist aber der österreichische Magnesit hinsichtlich seiner Qualität unübertroffen geblieben und wird heute mehr denn je in alle Industrieländer der Erde exportiert. Daß dies der Fall ist, verdanken wir in erster Linie den österreichischen Fachleuten, die sich in jahrzehntelanger Arbeit reiche Erfahrungen schufen, um aus dem Rohmagnesit Sinter-, Kauster- und Spezialsteine zu erzeugen. Auch die technische Einrichtung der österreichischen Magnesitwerke wurde stets nach den modernsten Gesichtspunkten in bezug auf Gewinnung, Aufbereitung, Brenntechnik und dergleichen ausgerichtet. Zur Zeit stehen elf Magnesitbergbaue in Betrieb: Veitsch, Trieben, Breitenau, Oberdorf, Kraubath, Radenthein, Mayerhofen, Hochfilzen, Lassing, Goldegg und Leogang. Die Rohmagnesitförderung betrug 1957:1 172 598 Tonnen. Sie betrug vergleichsweise 1937:397 838 Tonnen. Aus der obigen Rohmagnesitmenge wurden 1957:424 975 Tonnen Sintermagnesit und 140 000 Tonnen kaustischer Magnesit erzeugt. Von den elf oben genannten Bergbauen wird der Rohstein zu etwa 60% im Tierbau und zu etwa 40% im Tagbau gewonnen.