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Der Traß im Straßenbau

Kayser, J.

Kurzfassung

1. Einleitung Beim Bau von Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr wurde Traß erstmalig Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre verwendet. Man benutzte ihn in Verbindung mit Kalk zur Verfestigung von Kleinschlagschüttungen, des obersten Teiles von Fahrbahnkörpern. Die Bauausführung geschah in primitivster Weise, und man muß sich wundem, daß trotzdem erhebliche Festigkeiten erzielt wurden. Eine im Jahre 1931 aus der damals am stärksten befahrenen Landstraße Bonn-Hersel-Köln entnommene Platte zeigte Druckfestigkeiten von 196 kg/qcm! Die Bedeutung der damaligen Bauweise geht daraus hervor, daß in der Rheinprovinz 1928 → 0,1 km, 1929 → 6,67 km, 1930 → 44,88 km, 1931 → 41,14 km, 1932 → 27,74 km, 1933 → 40,00 km. Leider trat ein Rückschlag im Straßenbau ein, weil man die vorteilhaften Eigenschaften des Traßkalks gewissermaßen hochzüchten wollte (hierbei war die Traßindustrie nicht beteiligt, wohl aber andere Wirtschaftszweige). Man mischte dem Traß neben dem Kalk andere Stoffe zu. Alle diese Versuche sind fehlgeschlagen. Da auch mit der Wiederaufrüstung vor dem letzten Krieg der Traß für fortifikatorische Zwecke fast restlos benötigt wurde, kam der Fahrbahndeckenbau mit Traßkalk zum Erliegen.