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Exkursionen am Dienstag, 5. Mai, nachmittags

Frechen, J.

Kurzfassung

1. Traß des Brohltales a) Aufschluß an der Straßenabzweigung nach Niederlützingen. - Über verlehmtem jüngstem Löß lagert in einer Mächtigkeit von 20 bis 30 cm Pflanzen-führender Bimsstaub, welcher zur Hauptbritzbank der Bimsdecke des Neuwieder Beckens gehört. Darüber folgt in einer Höhe von 6 bis 8 m Bimsstein-führender heller Traß in primärer Lagerung. Er ist von Sand und Geröll der grauen Laacher Tuffe bedeckt. b) Aufschluß am Bahnviadukt in Tönisstein. - Die Mächtigkeit des Trasses nimmt talaufwärts zu und erreicht bei Tönisstein ungefähr 60 m. Stellenweise sind hier unregelmäßig schlierige bis bankige Einlagerungen von Fremdgestein (Devon und Basalt) zu beobachten, was auf fluviatile Umlagerung des Trasses hinweist. 2. Basaltlavaschlacken und Lapilli der Kunksköpfe zwischen Burgbrohl und Wassenach. - Die Kunksköpfe sind dem älteren Ringwall des Lummerfeldes als jüngere Bildung aufgesetzt. In dem nördlichen Abbau ist der schichtige Aufbau durch wechselnde Lagen von Wurfschlacken und Schweißschlacken gut ausgeprägt. In 2/3 Höhe lagert in einer kraterähnlichen Vertiefung eine mächtige Lavamasse. Erst der fortschreitende Abbau kann Aufschluß darüber geben, ob es sich um eine Kraterfüllung oder einen schräg stehenden Lavagang handelt. Die letzte Förderung bilden schwarze Lapilli, die am Südfuß des Berges in größerer Ausdehnung aufgeschlossen sind. Für die Gewinnung und Verarbeitung der Lavaschlacken stehen modernste Anlagen zur Verfügung. 3. Graue Trachyttuffe, Sandgrube am Waldfrieden (Nordrand der Laacher Seen). - Die grauen Tuffe besitzen neben primärer vulkanischer Schichtung in größeren Teilen der Grubenwand eine sekundär äolische oder pluviatile Umlagerungstextur. Der Chemismus ist im ganzen foid-latitisch, im einzelnen aber etwas wechselnd. Bei der Anfahrt zum Waldfrieden bot sich ein Überblick über die Vulkane des nördlichen Laacher See-Gebietes. 4. Bimsgrube an der Straße Nickenich-Kruft. - An dem Grubenprofil wurden Aufbau, Gliederung, Herkunft und Verbreitung des Laacher Bimssteins erläutert. 5. Traß-Grube Meurin bei Kruft. - Der Traß ist als Staubfazies des Bims stromartig in die Bimsdecke eingeschaltet. Er wurde nach der Ablagerung im Grundwasserbereich verfestigt. 6. Besichtigung einer Bims-Aufbereitungsanlage bei Plaidt und abschließender Überblick über die vulkanischen Bildungen im südlichen Teil des Laacher See-Gebietes.