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Beurteilung der Eignung von Naturgesteinen für den modernen Straßenbau

Temme, Th.

Kurzfassung

Prüfungsrichtlinien In verschiedenen der deutschen Vorschriften für den Straßenbau, vor allem den technischen Vorschriften und Richtlinien für den Bau bituminöser Fahrbahndecken und für die Ausführung des Unterbaues für bituminöse Fahrbahndecken sind die Anforderungen, die an das im Straßenbau zur Verwendung kommende Gestein gestellt werden, angegeben. Das Gestein muß die in der DIN 52 100 "Richtlinien zur Prüfung und Auswahl von Naturgestein" und die in dem "Merkblatt für Körnungen aus gebrochenem Naturgestein" sowie die in dem "Vorläufigen Merkblatt für die Prüfung und Beurteilung von Naturgestein", beide herausgegeben von der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen e. V., erwähnten Güteeigenschaften besitzen. Es muß sauber, rein, frei von lehmigen und tonigen Beimengungen, wetter- und frostbeständig, dicht, zäh, druckfest und als Schotter und Splitt scharfkantig, kantenfest und von gedrungener Form sein. Für die Prüfung des Gesteins gelten die DIN 52 100 bis 52 107 und 52 109 bis 52 111 sowie die DIN 51 991. Die verschiedenen Straßenbau-Vorschriften enthalten darüber hinaus jeweils die Forderung, daß, wenn die Eignung des für eine Bauausführung vorgesehenen Gesteins nicht genügend bekannt ist, sie durch Vorlage eines Gutachtens einer staatlich anerkannten Prüfstelle nachzuweisen ist, und daß das Gutachten nicht älter als zwei Jahre sein darf. Für den bituminösen Straßenbau enthalten darüber hinaus die verschiedenen technischen Vorschriften für den Bau bituminöser Fahrbahndecken und die DIN 1996 "Bitumen und Teer enthaltende Massen für Straßenbau- und ähnliche Zwecke" noch eine Reihe Sonderanforderungen an die für die einzelnen Bauausführungen vorzusehenden Gesteinsgemische. Die verschiedenen in den Normenvorschriften und den in Frage kommenden Straßenbauvorschriften aufgezählten Anforderungen lassen sich unterscheiden nach folgenden Gesichtspunkten: 1. Allgemeine petrographische und mineralogische Eigenschaften des Gesteins; 2. die mechanischen und physikalischen Merkmale; 3. die für den Straßenbau noch weiter zu berücksichtigenden besonderen Anforderungen.