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Exkursionen nach der Tagung am 8. Mai

Geib, K. W.

Kurzfassung

Die Exkursion begann in den dem Mannesmann-Konzern gehörenden Stromberger Kalkbrüchen. Hier steht ein mitteldevonischer Kalk an, welcher für den Südteil des Rheinischen Schiefergebirges etwas Besonderes darstellt. Er liegt innerhalb einer tektonisch sehr stark zerschuppten Mulde, deren Schichtenfolge (Taunusquarzit-Oberdevon) vom Steinbruch aus erklärt wurde. Der sehr reine Kalk findet hauptsächlich in der chemischen Industrie Verwendung. - Nach dem Besuch des Steinbruchs erfolgte eine Führung durch die sehr modernen Anlagen durch den Betriebsführer. Das nächste Ziel war der Lemberg (Nahe). Beim Lemberg handelt es sich um eine spät-unterrotliegende Intrusion von porphyrischem und porphyritischem Magma. Das Lembergmassiv gliedert sich in Niederhäuser Wald (Quarzporphyr) und den eigentlichen Lemberg, der hauptsächlich aus Porphyrit, dem jüngere aplitische Nachschübe eingeschaltet sind, besteht. Dieses aplitische Material, nach neueren Untersuchungen (CHB. RÉE, Diss., Mainz 1955) ein Leukorhyodazit, bereitet dem Steinbruchbetrieb gewisse Schwierigkeiten, da es sich wenig für Pflastersteine, Schotter und Splitt u. dgl. eignet. Neuere Aufschlußarbeiten, unterstützt durch geophysikalische Untersuchungen (Magnetik), konnten indessen weitere geeignete Partien von gutem Gesteinsmaterial bereitstellen. Nach der eingehenden Besichtigung des Steinbruchs wurden die Teilnehmer der Exkursionen freundlicherweise von der Firma Kirner Hartsteinwerke zum Mittagessen in Feil-Bingert eingeladen. Nach dem Essen ging die Fahrt weiter nach Rauschermühle. Hier steht in einem, auch den Kirner Hartsteinwerken gehörenden Steinbruch ein "tholeyitischer Gabbrodiabas", wie er von den seinerzeit hier kartierenden bayerischen Geologen genannt wurde, an. In der Gruppe der Tholeyite handelt es sich um ein Intrusivgestein des sog. Niederkirchen-Becherbacher Massivs. Die Handelsbezeichnung ist "Diorit", mit dem es rein makroskopisch eine gewisse Ähnlichkeit hat. Besonders interessierten hier zwei Kluftmineralien: Prehnit und Pektolith, die reichlich aufgefunden werden konnten. Zum Tagesabschluß wurde noch ein Steinbruch bei Kreimbach aufgesucht. Hier wird ein Gestein gleicher Herkunft wie in Rauschermühle abgebaut. Es ist aber hier, in Form eines Lagerganges, unterrotliegenden Sedimenten eingeschaltet. Auf mehreren Sohlen konnte das Gestein untersucht werden. Es ist in den randlichen Partien des Lagerganges recht feinkörnig, dicht; in den inneren Partien ähnelt es weitgehend dem Material von Rauschermühle.