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Beitrag zur Genese der Westerwälder Tertiärquarzite

Ahrens, W.; Stadler, G.; Werner, H.

Kurzfassung

Aus der Quarzitgrube der Vereinigten Ton- und Quarzitbetriebe bei Herschbach (Unterwesterwald-Kreis, Mbl. Selters) wurde ein Profil des Quarzites und seiner Begleitgesteine chemisch und röntgenographisch untersucht, um genetische Beziehungen zwischen Begleitgestein und Quarzitbildung feststellen zu können. Die beiden Hauptprobleme bei der Deutung der Genese der Westerwälder Quarzite sind die Herkunft der Kieselsäure für die Einkieselung der Sande und Klebsande sowie ihr Transport. Es ist bisher noch nicht gelungen, diese beiden Probleme selbst in dem eng begrenzten Gebiet der Herschbacher Quarzitgruben eindeutig zu klären. Die großen Aufschlüsse bei Herschbach boten zum Studium dieser Probleme die beste Gelegenheit. Bei unserer Arbeit handelt es sich um eine Einzeluntersuchung. Die Ergebnisse und Schlußfolgerungen können daher nicht auf die Süßwasserquarzitbildung verallgemeinert werden. Da jedoch auch an anderen, z. T. weit entfernten Orten - Aufschlüsse bei Bilin in Nordböhmen - die Verhältnisse denen in den Herschbacher Gruben gleichen, werden bei sehr vielen anderen Quarzitvorkommen ähnliche Ursachen zur Einkieselung von Sanden geführt haben. Im unmittelbaren Hangenden der Herschbacher Quarzitbank treten unter pliozänen und pleistozänen Sanden i. a. sehr lebhaft gefärbte Schichten auf, die von den meisten Autoren als vulkanischen Ursprungs angesehen werden. Leider ist die Zersetzung der Vulkanite durchweg so stark, daß die Art des Ursprungsgesteins nur unter besonders günstigen Umständen kenntlich wurde. So gelang erst nach jahrelang fortgesetzten Beobachtungen die Feststellung, daß der "blaue Tuff" in der Umgebung der jetzigen Grube der Vereinigten Ton- und Ouarzitbetriebe tatsächlich völlig zersetzter Basalt ist.