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Zur Geologie der Siegener Schichten in der Osteifel und im Westerwald

Meyer, Wilhelm; Pahl, Arno

Kurzfassung

Zusammenfassung Die beiden Arbeitsgebiete von MEYER (Osteifel) und PAHL (Westerwald) wurden durch Kartierung des Zwischenstücks zwischen Wied und Rhein miteinander verbunden. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, die feinstratigraphischen Gliederungen in den beiden Gebieten miteinander zu vergleichen. Es zeigte sich dabei, daß die meisten der Leitschichtenpartien über den gesamten Eifeler Hauptsattel eindeutig auszukartieren sind, so daß ein geschlossenes tektonisches und stratigraphisches Bild des Eifeler Hauptsattels gewonnen werden konnte. Dabei lassen sich folgende Aussagen über die Faziesunterschiede im Bereich des Eifeler Hauptsattels machen: Die Unteren Siegener Schichten sind im ganzen Gebiet einheitlich durch schwachmarine bis brackische Verhältnisse charakterisiert. Mit dem Mittel-Siegen treten im gesamten Ablagerungsraum vollmarine Bedingungen ein. In der Osteifel schalten sich im unteren Teil des Mittel-Siegens (Schieferfolge) zwischen die marinen Serien noch einmal brackische Sedimente ein, die dort eine vorübergehende Verflachung des Meeresraumes andeuten. Von Westen nach Osten nimmt die Mächtigkeit des Mittel-Siegens sehr rasch ab, in der gleichen Richtung läßt sich in geringerem Maß auch eine Abnahme des Sandgehalts feststellen. Im Obersiegen lassen sich zwei Faziesbereiche unterscheiden, einmal der marine Bereich in der Südosteifel zwischen Mayen und Kelberg, dann der schwach-marine Flachseebereich, der im Norden und Osten, also im größten Teil des Gebietes, die Fazies bestimmt. Es wird ein tektonisches Bild des Westteiles des Ahrtalsattels vorgelegt, in dem die Aufgliederung des Sattels in Einzelfalten im Bereich des steilen SW-Achsengefälles auffällt. Ferner wird an einigen Beispielen darauf hingewiesen, daß die Querstörungen, die im Eifeler Hauptsattel gelegentlich auftreten, dadurch von Bedeutung sind, daß sie das Achsengefälle wieder teilweise aufheben, so daß die Siegener Schichten weiter nach Osten durchhalten, als es nach dem Achsengefälle zu erwarten wäre. Es zeigte sich, daß eine dieser antithetischen Querstörungen mit einer ausgeprägten Basaltlinie zusammenfällt.