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Bodenbildung auf Geschiebelehmen verschiedenen Alters in Schleswig-Holstein

Stremme, Helmut E.

Kurzfassung

Zusammenfassung Im Gebiet der Saalevereisung wurden in weiter Verbreitung gebleichte hellgraue Geschiebelehme beobachtet. Im Geschiebelehm der Weichselvereisung kommen gleichartige Bodenbildungen nicht vor. Um eine Abgrenzung von fossilen zu postglazialen Böden zu finden, werden die postglazial entstandenen Bodentypen, ihre Horizonte und Eigenschaften einerseits und andererseits die Bodenbildungen auf Geschiebelehm der Saalevereisung untersucht und miteinander verglichen. Die Geschiebelehme der Weichselvereisung haben als Bodentypen braune Waldböden und Feuchtböden. Als charakteristische Horizonte sind verbreitet braune B-Horizonte mit Polyederstruktur, grünlichgraue, rostfleckige, vom Wasser beeinflußte Horizonte und wenig mächtige ausgebleichte A-Horizonte. Auf den Geschiebelehmen der Saalevereisung i. e. S. (Drenthe) sind typisch mächtige hellgrau gebleichte, gelbgraue und gelbbraune sowie rostfleckige, vom Wasser beeinflußte Horizonte. Alle diese sind relativ arm an löslichem Eisen, sie besitzen dichte Lagerung und starke Entbasung. Die hellen grauen Geschiebelehme sind in einer Warmzeit zwischen der Saalevereisung i. e. S. und der Warthezeit entstanden und verlangen eine sehr lange Bildungszeit mit wahrscheinlich wärmerem Klima als dem der Gegenwart. Für diese Warmzeit können die gebleichten hellgrauen Geschiebelehme als Leithorizont verwendet werden. In Sanden sind in der gleichen Zeit ebenfalls Bleichungen großen Ausmaßes erfolgt. Die entstandenen charakteristischen Böden sind ebenfalls als typisch für diese Warmzeit und wahrscheinlich als Leitprofile heranzuziehen. Während für die Geschiebelehme kennzeichnende Eemböden bisher nicht angegeben werden können, besitzen die sandigen Ablagerungen des Warthestadiums den rostfarbenen Waldboden als weit verbreiteten typischen Eemboden mit dem Charakter eines guten Leithorizontes.