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Zur Untergliederung der Saalevereisung im Westen Schleswig-Holsteins

Picard, Karl

Kurzfassung

Zusammenfassung Betrachtungen der heutigen morphologischen Gestaltung genetisch gleichartiger Formen (Gletscherrandlagen, Sanderflächen) in Gebieten verschieden alter Gletschervorstöße, Untersuchungen an fossilen Bodenprofilen und Feststellungen über deren Verbreitung, Bestimmungen an Holzkohleresten und von Pollen in einem Torf haben im Westen Schleswig-Holsteins zu folgenden Ergebnissen geführt: 1. Zwischen dem ehemals von warthezeitlichen Gletschern bedeckten Gebiet und dem westlich davon gelegenen vom drenthezeitlichen Eis überfahrenen Raum ist eine markante Grenze im heutigen Landschaftsbild aufzufinden. Die ehemaligen Gletscherrandlagen lassen sich im Gebiet der warthezeitlichen Vergletscherung meist gut in ihrer morphologischen Ausgestaltung im heutigen Landschaftsbild verfolgen, während im Bereich der Drenthevergletscherung (z. B. Raum Husum) die Gletscherstauchrichtungen in ehemaligen Gletscherrandlagen fast keine Beziehungen zu den heute vorhandenen markanten Höhenzügen aufweisen. 2. Zwischen der Drenthezeit und der Warthezeit entstanden mächtige gebleichte Böden, die von einem warmen Klima der Treenewärmeschwankung zeugen. Das Pollendiagramm des in einem Toteisloch aufgefundenen Torfs sowie Holzkohlebestimmungen sprechen von einer wärmeliebenden Vegetation mit vorherrschend Hainbuche sowie Eiche, Ulme, Linde, Esche, Ahorn und Hasel während dieser Treenewärmeschwankung. 3. In den Ablagerungen der Warthezeit ist ein interstadialer Boden (Mildstedt-Interstadial) erkannt worden, in dessen Humushorizont Holzkohlenreste von Coniferen (Kiefer und Fichte) nachgewiesen wurden. 4. Untersuchungen bei St. Michaelisdonn, Husum und auf der Geestinsel des Stapelholms lassen eine Unterteilung der Warthezeit in ein älteres Winnert-Stadium (Lamstedtstadium Niedersachsens?) und das Hennstedt-Stadium (Warthestadium i. e. S. Niedersachsens) vornehmen. 5. Böden der Treenewärmeschwankung sind im Bereich der Endmoränen der Drenthezeit in Rinnen vereinzelt und auf drenthezeitlichen Sanderflächen wiederholt unter mächtiger Fließerde flächenhaft nachgewiesen worden. Böden der Eemwarmzeit sind auf den Endmoränen, Grundmoränen und Sanderflächen der Drenthezeit oft flächenhaft verbreitet, in Endmoränen der Warthezeit jedoch nur in damaligen Vertiefungen oder Binnen, auf warthezeitlichen Sanderflächen dagegen wiederholt flächenhaft aufzufinden.