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Aufpressungsosartige Gletscherbruchrücken südlich Cloppenburg in Oldenburg

Richter, Konrad

Kurzfassung

Zusammenfassung Es wird ein System bis 30 km langer und bis 500 m breiter Geländerücken beschrieben und genetisch mit einem großen Stauchmoränenlobus sowie seinem Zungenbecken in Beziehung gebracht. Aus dieser Zusammenschau werden die aufpressungsosartigen Rücken als Füllungen von Gletscherbruchspalten gedeutet. In den vielen Jahrzehnten norddeutscher Eiszeitforschung standen morphologische Gesichtspunkte sehr im Vordergrund. Es ist daher fast unwahrscheinlich, gerade in der gealterten und stärker eingeebneten Altmoränenlandschaft Nordwestdeutschlands ein neues glazigenes Formenelement zu entdecken. Südlich von Cloppenburg findet sich indessen eine Serie von flachen, langhinziehenden Rücken, die sich in den bekannten glazialen Formenschatz nicht befriedigend einfügen lassen. Aus der Gruppe langgestreckter glazigener Höhenrücken sind uns bisher u.a. Endmoränen, Oser als Radial-Spalten oder -Tunnelfüllungen, und solche auch als Queroser sowie Aufpressungsoser durchaus geläufig bekannt. Betrachten wir indessen das oftmals zitierte Modellbild eines alpinen Gletschers nach A. HEIM (Abb. 1), so sehen wir außer den Radial- und Quer-Spalten der Gletscherzunge noch große Gletscherbruchspalten, deren rückwärtige oberhalb des eigentlichen Gletscherbruches zurückgebogen sind und spiegelbildlich zu den Querspalten der eigentlichen Gletscherzunge verlaufen. Bei einem langsam atrophierenden Gletscher könnten auch solche Gebilde bzw. ihre Sedimentfüllungen erhalten bleiben.