Original paper

Die Kreide im Küstenbereich von Sergipe bis Paraiba do Norte (Brasilien)

Beurlen, Karl

Kurzfassung

Das Vorkommen mariner Kreide in der Küstenzone von Sergipe (Nordost-Brasilien) ist schon seit langem bekannt. Schon HARTT (1870) hatte darauf aufmerksam gemacht. 1887 hat dann WHITE auf Grund verschiedener Fossilaufsammlungen aus Nordost-Brasilien auch Kreidefossilien aus Sergipe beschrieben, ohne jedoch stratigraphische Festlegungen vorzunehmen. Teils gelegentliche, teils systematische spätere Aufsammlungen ermöglichten 1936 die Monographie über die Kreide von Sergipe von MAURY, in welcher das Vorkommen von Mittel-Alb und Unter-Turon nachgewiesen wurde, Mittel-Alb durch Oxytropidoceras, Unter-Turon durch Vascoceras belegt. Eine kleine, aus einer Bohrung nahe Aracajú stammende Fauna zeigte schließlich (P. E. OLIVEIRA und A. LOEFGREN 1943) auch das Vorkommen von Campan oder Maastricht. Ebenso sind vermutlich neokome Süßwasser- und Festlandsablagerungen bekannt geworden. Alle diese Feststellungen gründeten ausschließlich auf Fossilbestimmungen, die vermuten ließen, daß das Kreideprofil in Sergipe vollständiger entwickelt ist als in allen übrigen bis dahin bekanntgewordenen Kreide-Vorkommen. Kenntnisse über die geologische Situation der Fundorte und damit über die Profile und die tatsächliche stratigraphische Entwicklung fehlten jedoch nahezu vollkommen. Diese Lücke ist erst in allerjüngster Zeit durch die von F. BENDER durchgeführte Übersichtskartierung des gesamten Kreidegebiets von Sergipe ausgefüllt worden, worüber BENDER (1959) kurz berichtet hat.