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Die Graptolithenfunde von Rengersdorf/Ol.

Gruhl, Hermann

Kurzfassung

In Band 3 der Zeitschrift "Geologie" wurde seinerzeit vom Verfasser (GRUHL 1954) von einem neuen Graptolithenvorkommen in der Lausitz berichtet. Gelegentlich von Erzschürfen nordwestlich Rengersdorf, an der Straße Görlitz-Niesky, wurde unter geringer diluvialer Decke anstehendes Obersilur mit Graptolithen gefunden. Bemerkenswert war hier das Auftreten von gut erhaltenen und sehr breiten Stomatograpten und besonders von Dictyonemen. Die Staatliche Geologische Kommission in Ostberlin ließ deshalb im folgenden Jahre zur näheren Erkundung dieses Vorkommens einige neue Schürfe ansetzen, einige dicht neben dem alten langen Erzschurfgraben, zwei kurze weitere nordwestlich davon in Richtung auf die Schäferei Freischütz zu, nahe einem alten, zugeschütteten Schurf der "Wismut-AG". An letzterem hatte der Verfasser zuerst beobachtet, daß auch dort schwarze Alaunschiefer anstanden. Diese beiden am weitesten westlich gelegenen Schürfe brachten neben den nun schon bekannten Zonen 22-29 brit. Einteilung (15-17 nach LAPWORTH) überraschenderweise auch eine ganze Reihe Graptolithen des bei Rengersdorf bisher unbekannten Ludlow. Es sind dies die Zonen 31-34 brit. Einteilung (Zone 20 nach LAPWORTH). Dieses Unterludlow tritt in etwa 1 m breiten Schuppen mitten zwischen Alaunschiefern des Wenlock und Gala-Tarannon auf. Es handelt sich also tektonisch um eine Verschuppung, wie sie etwas weiter südöstlich im Bereich der Kalkbrüche des Unterkambriums von Kunnersdorf und Ludwigsdorf bereits von CHENG SAN-LEE (1938) nachgewiesen worden war. Weiter östlich, jenseits der Görlitzer Neisse, wurde bereits früher bei Lauban Unterludlow festgestellt, doch bedürfen diese Funde, die sich wohl noch im Naturkundemuseum Görlitz befinden, einer Neubearbeitung.