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Stratigraphie und Tektonik des Ölfeldes Hemmelte-West

Schettler, H.

Kurzfassung

Allgemeines Das Ölfeld Hemmelte-West ist heute das größte Ölfeld im Konzessionsgebiet der Oldenburgischen Erdöl G.m.b.H. - einem Konsortium Gewerkschaft Brigitta-Mobil Oil A.G. -, und es war das erste größere wirtschaftliche Vorkommen in der jetzigen Erdölprovinz Weser/Ems. Nach geophysikalischen Vorarbeiten kam Hemmelte-West im Herbst 1951 in den Speichern des Jura (Kalksteine, Kalksandsteine und Sandsteine) in Produktion, nachdem 1 Jahr vorher vom gleichen Konsortium das kleine Feld Quakenbrück-Wehdel entdeckt und entwickelt worden war. Quakenbrück fördert aus kleinen Kalzitlagen des tiefen Wealden und Serpulit (Abb. 1). Inzwischen hat das Ölfeld Hemmelte-West 1 000 000 Tonnen Öl geliefert. Die Monatsproduktion beträgt 8 bis 9000 t. Von 66 abgeteuften Bohrungen wurden 59 Ölfündig. Bis jetzt sind 10 weitere Bohrungen vom Randwasser vollständig erfaßt worden. Für Wassereinpreßzwecke zur möglichsten Erhaltung der Lagerstättenenergie stehen 3 Einpreß-Sonden zur Verfügung. Das spez. Gewicht des Öles beträgt 0,872, das Gas/Öl-Verhältnis 50:1, der Stockpunkt schwankt zwischen minus 12 und minus 30 Grad. Eine freie Gaskappe ist - wie bei fast allen Feldern in diesem Gebiet - nicht vorhanden. Der Salzgehalt des Randwassers beträgt 250-260 g/. Der Anfangsdruck betrug bei - 1150 NN 140 atü. Hemmelte-West liefert etwa ein Drittel der Gesamtförderung Südoldenburgs. Die Produktion ist allerdings - da die Bohrtätigkeit bis auf einzelne Zwischenbohrungen abgeschlossen ist - rückläufig. Der geologische Rahmen des Feldes ist gegeben durch die Lage im Niedersächsischen Becken, das sich im Osten vom Broistedt-Hamburger Trog über Hannover-Diepholz bis zum Emsland hin erstreckt, das im Süden durch den Juraausbiß nördlich des Osnabrücker Triashochs und im Norden von der Pompeckj'schen Scholle begrenzt wird. Diese ist bekanntlich dadurch charakterisiert, daß auf ihr Jura und Unterkreide in weiten Gebieten nicht sedimentiert oder wieder abgetragen worden sind und daß sie trotz der zahlreichen Salzstöcke, die sie durchspießen, einen rel. einfachen Bau zeigt, während das Niedersächsische Becken oder, wie es auch genannt wird, die Niedersächsische Groß-Scholle, tektonisch außerordentlich stark gestört ist.