Original paper

Einige methodische Fragen der Spülprobenbearbeitung

Schettler, H.

Kurzfassung

Es soll jetzt hier nicht eine zusammenfassende Darstellung aller Möglichkeiten der geologischen Feldbearbeitung und insbesondere der Spülprobenbearbeitung gegeben werden. Es ist darüber ausführlich geschrieben worden, und zwar 1933 bereits von STROBEL, 1937 von PILGER, 1942 von BETTENSTAEDT und 1956 sehr umfassend von TRUSHEIM. Es wird auch nicht so sehr auf die mikropaläontologische Routinearbeit eingegangen werden, die heute zwangsläufig zur Feldgeologiegehört, und ohne die eine moderne Bohrungsbearbeitung nicht mehr möglich ist, wenn natürlich der mikropaläontologisch tätige Feldgeologe auch wenig Zeit für systematische paläontologische Arbeiten finden wird; sondern es sollen hier einige ausgewählte Probleme und Erfahrungen besprochen werden, die sich aus unserer Arbeit ergeben haben. Es ist dabei selbstverständlich, daß die Probleme laufend im Kollegenkreis erörtert worden sind, und daß manche Anregungen auch von den Samplern selbst ausgingen. Normalerweise wird bei fast allen Gesellschaften und Bohrungsbearbeitungen das von Sohle kommende, mit Spülung behaftete Material vor der Bearbeitung ausgewaschen, dann lithologisch untersucht und zum Abschluß nach Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd paläontologisch ausgewertet. Das wird bei uns auch so gehandhabt. Zusätzlich läuft aber noch eine vom Verfasser eingeführte Feingutbearbeitung, denn wir machten die Feststellung, daß gerade die stark gestörten Bohrungen viel Nachfall, der wohl durch das rotierende Gestänge oberhalb freigeschlagen wurde, zeigten, und mit dem durch das Auswaschen übriggebliebenen gröberen Material eine exakte stratigraphische Einstufung nicht mehr möglich war. Dies brachte uns auf den Gedanken, die Proben vorher nicht auszuwaschen, sondern mitsamt der Spülung zu schlämmen, und wir konnten bemerken, daß wir trotz Störungen oberhalb fast keinen Nachfall in dem so erhaltenen Feingut (Fraktion allgemein 0,05 bzw. 0,1-1 mm) hatten, daß die Einsätze scharf, die Proben bei guter Pumpenleistung fast teufengerecht waren und die Annahme einer dauernden Zirkulation der Feinfracht in der Spülung ein Trugschluß sein mußte.