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Bewertung von Dolomitvorkommen im nordwestdeutschen Korallenoolith

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Zusammenfassung Nachdem eingangs auf den Dolomit und seine metallurgische Verwendung hingewiesen ist, werden genetische und methodische Fragen erörtert, die auf phänomenologischer Grundlage zu einer Deutung der Lagerstätte nach Form und Inhalt führen. Dieser hängt von der Fassung des Begriffes der Bauwürdigkeit ab, die praktisch nicht nur einen sehr reinen Dolomit forderte, sondern auch spezielle Einschränkungen auferlegte. Einige bohrtechnische Angaben sind abschließend angefügt. Der Dolomit wird als Rohstoff besonders bei metallurgischen Prozessen verwendet. Während in der Geologie auch Kalk-Dolomit-Mischgesteine bei geringem Magnesiumgehalt als Dolomite bezeichnet werden, werden für den technisch verwendeten Dolomit sehr hohe Ansprüche an seine Reinheit gestellt. Infolgedessen tritt bei der Beurteilung von Dolomiten das chemische Bild so stark in den Vordergrund, daß die Stratigraphie der Lagerstätte nach chemischen Gesichtspunkten durchgeführt werden kann, nachdem paläontologische Merkmale oder geologisch-stratigraphische nicht zu Erfolgen geführt haben. Das räumliche Verhalten und die Kristallinität der Vorkommen lassen Schlüsse auf die Genese zu, wobei frühdiagenetische Vorgänge aus der Gruppe der Syn- und Diagenese des primär sedimentierten Korallenooliths erkennbar sind. Unter Benutzung der chemisch-stratigraphischen Methode wurde eine Lagerstätte nach ihrer vertikalen und horizontalen Ausdehnung umgrenzt und die Horst- und Grabentektonik im Bereich der Lagerstätte ermittelt. Dabei wird auch auf den Bauwürdigkeitsbegriff bei an die Lagerstätte zu stellenden höchsten Ansprüchen eingegangen. Bohrarbeiten in klüftigem Dolomit sind ein Schmerzenskind für alle Beteiligten, so daß es angebracht erscheint, einige Erfahrungen hierzu anzufügen. Im einzelnen beschäftigt sich die Darstellung mit dem Dolomit in technischer und gütemäßiger Hinsicht. Sodann soll auf genetische und methodische Fragen eingegangen werden, womit die Ermittlung des Lagerstätteninhalts und seiner Lagerungsform eingeleitet wird. Dabei soll für den speziellen Fall der Bauwürdigkeitsbegriff umrissen werden, bevor abschließend auf einige bohrtechnische Fragen hingewiesen werden kann.