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Die Aufteilung der Hersfelder Gruppe des Mittleren Buntsandsteins

Laemmlen, Manfred

Kurzfassung

Zusammenfassung Während der Mittlere Buntsandstein in Niedersachsen von Anfang an in vier deutlich abgegrenzte Gruppen unterteilt werden konnte, gelang in Hessen, im Hersfelder Faziesbereich und am Hohen Meißner zunächst nur eine Untergliederung in drei Gruppen. Im Vergleich mit der hannoverschen Gliederung umfaßt dabei die "Hersfelder Gruppe", die den mittleren und zugleich komplexesten Teil des hessischen Mittelbuntsandsteins darstellt, die "Detfurther" und die "Hardegsener Gruppe". Bei der Aufnahme eines auf der Hunsrück-Oberharz-Schwelle gelegenen Spezialprofils bei Hoheneiche (zwischen Sontra und Eschwege) gelang dann zum ersten Male in diesem Raum eine Trennung der "Hersfelder Gruppe" in zwei rhythmisch aufgebaute Teile, die sich bis in die Einzelheiten mit der "Detfurther Gruppe" und der "Hardegsener Gruppe" der niedersächsischen Gliederung parallelisieren lassen. Neuere Untersuchungen auf dem Blatt Bad Hersfeld ermöglichten es im Anschluß daran auch in diesem Raum eine kartenmäßige Unterteilung der "Hersfelder Gruppe" durchzuführen. Die neue Viergliederung im mittleren Hessen entspricht der niedersächsischen Gliederung des Mittleren Buntsandsteins. Obgleich die Korrelation der Schichtglieder des Mittleren Buntsandsteins damit nun von Niedersachsen bis in die Rhön hinein sichergestellt ist, wurde für den Raum zwischen Hunsrück-Oberharz-Schwelle einerseits und Spessart-Rhön-Schwelle andererseits eine eigene und neue Namengebung eingeführt, die hier angewendet wird. Das im Gelände erarbeitete Normalprofil des Mittleren Mittelbuntsandsteins in der Hersfelder Beckenfazies wird in seinem Schichtenaufbau beschrieben und durch die Gegenüberstellung mit einer in diesen Schichten stehenden Kernbohrung in seinen Einzelheiten weitestgehend bestätigt. Der bedeutsame Fund einer Wirbeltier-Fährtenplatte mit Chirotherien- und anderen Reptilien-Fährten (über den hier eine erste, vorläufige Mitteilung erfolgt) im "Spessart Plattensandstein" (der dem oberen Teil der ehemaligen "Hersfelder Gruppe" entspricht) ermöglicht einen stratigraphischen Vergleich des mittelhessischen Mittelbuntsandsteins mit den Nachbargebieten Spessart und Thüringen. Die wichtigste Erkenntnis dieser Parallelisierung besteht darin, daß der "Spessart Plattensandstein" (zumindest zum Teil) dem "Thüringischen Chirotheriensandstein" entspricht, und daß der "Thüringische Bausandstein" bzw. der "Felssandstein" des Spessarts die Äquivalente zu unserem "Spessart Grobsandstein" darstellen. Das bedeutet aber, daß der "Thüringische Bausandstein" älter ist als der "Preußische Bausandstein", der den "Solling Sandstein" und den "Solling Grobsandstein" repräsentiert. Der stratigraphische Vergleich wird durch die Betrachtung der beiden unteren Folgen des Mittleren Buntsandsteins abgerundet. Dabei ergibt es sich, daß das basale Grobsandsteinpaket des Mittleren Buntsandsteins, der "Eichsfeld Grobsandstein" im Spessart seine Fortsetzung im "Mittleren Geröllhorizont" findet.