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Eine Gliederung des Holozäns an der südlichen Nordseeküste

Dechend, W.

Kurzfassung

Es wurden zunächst die Sedimentationsverhältnisse im Nordseeküstenraum während der holozänen Nordseetransgression besprochen, auf denen die Marschenkartierung des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung basiert. Näheres in W. DECHEND (1957). Dann wurden die bislang gebräuchlichsten Einteilungsschemen des Holozäns diskutiert (s. Tabelle). Eine neue Gliederung des Holozäns (Tabelle, rechte Spalte) erwies sich aus verschiedenen Gründen als notwendig. Einzelheiten bei W. DECHEND (1956). Dieses Schema bildet seit 1954 die Grundlage für die Alters-Einstufung der Marschensedimente bei der Kartierung unseres Amtes. Seit der damaligen Zeit ist die geologisch-bodenkundliche Aufnahme der Marschen über das oldenburgische Gebiet hinaus auf den ganzen südlichen Küstenraum der Deutschen Bucht ausgedehnt worden. Dabei hat sich gezeigt, daß außer den bereits damals ausgehaltenen noch weitere Decken zu unterscheiden sind. Es handelt sich sowohl um jüngste Bildungen, die als 'jo4-Decke ausgeschieden wurden, als auch um ältere, mittelholozäne Decken ('m1, 'm2 und 'm3), die W. MÜLLER (1958) im Wesertal feststellen konnte. Auf Grund zahlreicher neuerer Beobachtungen im Emsgebiet (in der Krummhörn durch H. VOIGT) und im Elbetal wird vermutet, daß auch dort die ältesten Decken mittelholozänen Alters sind. Auch aus der Rheinmündung werden von S. JELGERSMA und A. J. PANNJEKOEK (1960) - in anderem Zusammenhang - Datierungen mittelholozäner Decken mitgeteilt. Von L. J. PONS und A. J. WIGGEBS (1959 und 1960) wird nachgewiesen, daß die im niedersächsischen Raum vorkommenden Decken auch in Nordholland ausgebildet sind. Das absolute Alter einiger Decken ist noch nicht hinreichend genau bekannt. Es wird noch zahlreicher Pollenanalysen und C14-Datierungen bedürfen, um die hier vorhandenen Lücken zu schließen. Diese Untersuchungen sind in Angriff genommen worden.