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Zur Geologie der Baccumer und Fürstenauer Stauchzone (Rehburger Staffel) (Erweiterter Teilbericht von der Flachlandexkursion der Deutschen Geologischen Gesellschaft am 1. 9.1959)

Grahle, Hans-Olaf

Kurzfassung

Die Flachlandexkursion anläßlich der 111. Hauptversammlung in Oldenburg verfolgte die Absicht, an beispielhaften Aufschlüssen im Raum zwischen Ems und Hunte einen Einblick in die Quartärprobleme zu vermitteln, die auch für weitere Gebiete von grundsätzlicher Bedeutung sind. Eins dieser Probleme stellt der durch das Auftreten vielfältiger Stauchungserscheinungen gekennzeichnete Bau der Rehburger Staffel dar, der an Aufschlüssen im Westteil der Baccumer Stauchzone bei Darme (Lingen-Süd) und im Nordteil der Fürstenauer Berge in der Zgl. Ohrte und bei Gevermühle (Grafeld) studiert wurde. Über das aus diesen Aufschlüssen gewonnene Bild wird hier unter Erweiterung durch Beobachtungen aus noch veröffentlichten Ergebnissen neuer Aufnahmen des Verf. auf den Bl. Baccum, Plantlünne und Lengerich (Han) berichtet. Darme (Lingen-Süd) Die Straße Lingen (Ems) - Rheine durchschneidet in Lingen - Süd (Darme, Mbl. 3509 Schepsdorf - Lohne) die Baccumer Stauchzone der Rehburger Staffel in ihren westlichsten Ausläufern. Der hier besuchte Aufschluß (Exkursionspunkt 26 Kiesgrube A. RUTH), ca. 700 m westlich der Straße, der dem Streichen eines W-E gerichteten Rückens folgt, zeigt einen Querschnitt durch einen Stauchkomplex mit dem Bauplan einer einfachen Sattelaufwölbung. Diese ist durch einen N-S gerichteten Eisschub entstanden. Der beim Kiesabbau ausgehaltene Sattelkern baut sich aus mittelmiozänen Schichten auf, einem dunkelbraunen, tonig-feinsandigen Schluff und einem auf der Südflanke sich darüberlegenden, dunkelgrünen, rostbraun verwitterten, glaukonitischen Grünsand. Zwar in sich vielfach gestört, doch im wesentlichen konkordant und mit nach N und S gerichtetem Einfallen folgt über dem Tertiär die im Emsland weitverbreitete, altpleistozäne Serie von kiesigem Sand bis sandigem Kies mit "einheimischen" Geröllen, der gelegentlich Feinsand- und Schlufflinsen eingelagert sind; an der Südflanke finden sich in den Kiesen kleine abgescherte Fetzen des glaukonitischen Grünsandes. An der Nordwand der Grube sind weißgelbe Feinsande aufgeschlossen, die sich ± deutlich diskordant den altpleistozänen Kiesen an- bzw. auflagern. Sie sind als Vorschüttsande ("dsu" i. e. S.) des Drenthe-Stadiums aufzufassen, das die Aufstauchung des liegenden älteren Schichtenkomplexes bewirkte und dabei auch die eigenen Vorschüttsande ...