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Insel Helgoland

Hartung, W.; Boigk, H.; Mempel, G.; Schmidt-Thomé, P.; Wurster, P.

Kurzfassung

Exkursion D. Fahrt mit Bäderschiff "Rüstringen" nach Helgoland. Nach kurzem Überblick über die geologische Situation und die Tektonik Helgolands Erläuterung der neueren Ergebnisse der Buntsandstein-Stratigraphie. In den roten Schiefertonen und Sandsteinen des Buntsandsteins von Helgoland finden sich nicht selten hellgrüne, kreisrunde bis ovale Entfärbungsflecken mit Durchmessern bis zu 4 cm, die oft in der Mitte einen dunkelgrünen bis schwarzen Kern enthalten. Die nähere Untersuchung dieser von SCHREITER 1932 zuerst beschriebenen Entfärbungshöfe durch MEMPEL (Geologische Rundschau 1960) ergab, daß in der Kernsubstanz außer Kupfer, Blei und Vanadium oftmals auch Uran stark angereichert ist (nachgewiesen sind bis zu 3,7 kg/t). Es lassen sich danach U-Pb-V-, U-Cu- und reine Cu-Kerne unterscheiden. Die Bildung des Entfärbungshofes um diese Kerne herum ist nicht - wie früher vermutet - auf Strahlung zurückzuführen, sondern ist ein rein chemischer Prozeß, indem nämlich der Hämatit, der in feinsten Blättchen die Rotfärbung der Gesteine des Buntsandsteins bewirkt, durch reduzierende Substanzen - in diesem Falle Vanadium und Kupfer - in saurem Medium aufgelöst und fortgeführt wird. An Mineralien sind in den Kernen Kupferglanz, Cuprit, ged. Kupfer, Malachit, Chrysokoll, Kalkspat, Gips und Coelestin nachgewiesen. Außer diesen Flecken treten im Buntsandstein Helgolands auch häufig unregelmäßige Kavernen auf, die mit grün gefärbtem Kalkspat, Malachit, Gips und Coelestin erfüllt sind.