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Wesermarsch und Jadebusen-Gebiet

Hartung, W.; Dechend, W.; Müller, W.

Kurzfassung

Exkursion E. Exkursionspunkte 53 (Rodenkircherwurp) und 54 (Pumpwerk Strohauser Sieltief) Das Ziel der Exkursion im Raume Schwei-Rodenkirchen ist es, auf die holozäne Deckenbildung in der Wesermarsch hinzuweisen und auf Zusammenhänge zwischen einer Umkehr des Landschaftsreliefs (Inversion) und einer nachfolgenden Überflutungsperiode am Beispiel der paläogeographischen Situation um Chr. Geb. und dem Lockfleth-Einbruch aufmerksam zu machen. Diese Fragen werden in dem Profil Schwei-Rodenkirchen (Abb. 1) behandelt. Das Profil Schwei (W)-Rodenkirchen (E) liegt in W-E-Erstreckung an dem hier bereits sehr breiten Weser-Urstromtal. Westlich und nordwestlich Schwei erstreckt sich ein Moorgebiet bis zum Ufer des Jadebusens. Im Osten reicht dies Profil bis zur rezenten Weser. Stratigraphie: Die Stratigraphie des tieferen Weserholozäns geht aus dem Profilabschnitt Schwei-Rodenkircherwurp hervor. Die Basis des Holozäns bilden dort flachwellige Dünenzüge um etwa 10 m unter NN. Darunter folgen pleistozäne gröbere Wesersande und -kiese. Vereinzelte holozäne Rinnen sind tiefer eingeschnitten. An der Wende Alt-/Mittelholozän führte der nacheiszeitliche Meeresspiegelanstieg infolge Verschlechterung der Vorflut zunächst zur Bildung des Basistorfes. Die ersten flächenhaften Überflutungen im unteren Mittelholozän (m1) führten zur Ablagerung geringmächtiger toniger Sedimente, vor allem in den tieferen Lagen.