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Zur Theorie und Praxis feinstratigraphisch-geochemischer Horizontierung in karbonatischen Sedimenten.

Jubitz, K.-B.

Kurzfassung

A. Einleitung, Voraussetzungen Auf vorausgegangene Untersuchungen feinstratigraphischer und geochemischer Art im Muschelkalk Mitteldeutschlands aufbauend (JUBITZ 1958), wird zunächst über die Organisation dieser Gemeinschaftsarbeit berichtet, an der sich sowohl geologische Institute (Feinstratigraphie) als auch Großbetriebe der Zementindustrie (Reihenanalysen, Bohrungen) beteiligten. Betrachten wir die strukturelle Aufnahme des saxonischen Deckgebirges im deutschen Mittelgebirgsbereich als in ihren Grundzügen beendet, so stehen gegenwärtig Probleme des Feinbaues der tektonischen Strukturen im Vordergrund des Interesses. Darüber hinaus wird aber auch an der Klärung der Grundkonzeptionen der saxonischen Gebirgsbildung gearbeitet, insbesondere im Zusammenhang mit halokinetischen Fragestellungen (TRUSHEIM). Die Basis aller dieser Untersuchungen bilden jedoch detaillierte Schichtaufnahmen des postvariszischen Deckgebirges, um über die Stratigraphie sowie Paläogeographie schließlich zur tektonischen Synthese - dem hier gesuchten Endziel - zu gelangen. Im Gegensatz zur biostratigraphischen Aufgliederung von Tertiär, Kreide und Jura haben sich bei der Feingliederung der germanischen Trias, z. B. der fossilarmen Buntsandstein-Serien, bevorzugt nur lithologische Gliederungsprinzipien nach genetischen Gesichtspunkten (Rhythmen und Zyklen) bewährt (BOIGK). Hierbei stand die genetische Feingliederung des Muschelkalkes bisher jedoch zurück, weil die stratigraphische Bearbeitung schon relativ frühzeitig abgeschlossen war und sich scheinbar keine "Probleme" mehr finden lassen wollten. Gerade im Zusammenhang mit praktischen Erkundungsarbeiten (Muschelkalkgewölbe von Erdgas- und Kalistrukturen, Kalklagerstätten der Industrie der Steine und Erden) fehlt u. E. aber eine moderne Gliederungsmethode, die unabhängig von Fossilführung und Bankzonen anwendbar ist. Abgesehen davon bietet der Muschelkalk Mitteldeutschlands mit seinen einfachen stratigraphischen Ausgangsbedingungen eine ausgezeichnete Möglichkeit, allgemein gültigen Gesetzmäßigkeiten der Kalksedimentation nachzugehen, wobei sich im Zusammenhang mit der Salinarsedimentation im Mittleren Muschelkalk und Röt bereits enge Beziehungen zum Salzzyklus des Zechsteins andeuten.