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Das Tertiär im Oberweserbergland und seine Lagerungsverhältnisse

Lohmann, H.

Kurzfassung

Es wird berichtet über Teile einer Hamburger Dissertation "Zum Bau des Oberweserberglandes zwischen Hannoversch-Münden und Karlshafen". Das Arbeitsgebiet sind Rheinhardswald, Bramwald und Solling; geologisch gesehen das Sollinggewölbe im Sinne HEDEMANNS. Die tertiäre Entwicklung dieses Raumes wurde bisher. so gekennzeichnet: alttertiäre Festlandsperiode - Meeresingressionen im Oligozän - wiederum festländisches Jungtertiär. 1. Der liegende Buntsandstein unter dem Tertiär ist gebleicht. Bei Hohenkirchen, am Rande des Kasseler Beckens, ist es zur Wiederausscheidung des Eisens in einer prämitteloligozänen Kiessandserie gekommen. 2. Das Unteroligozän-Meer hat auf jeden Fall den Nordrand des Sollinggewölbes erreicht; Makro- und Mikrofauna wurden von M. SCHMIDT 1900 bzw. H. BARTENSTEIN 1958 beschrieben. In den ältesten Sanden der Glassandgrube Duingen wurde das marine Spurenfossil Ophiomorpha nodosa LUNDGREN gefunden, vielleicht gehören sie auch zum Unteroligozän (über Ophiomorpha siehe W. HÄNTZSCHEL 1952). 3. Bisher war Rupelton von Eschershausen und Wangelnstedt nördlich des Sollings bekannt, dann erst wieder 50 km weiter südlich im Raume von Hohenkirchen. Dieser Zwischenraum wurde eingeengt durch Neufunde bei Hombressen, Blatt Trendelburg. Im Oberoligozän von Dransfeld fanden sich Geröllchen von vermutlichem Rupelton. 4. GRUPE 1908 hatte eine Bewegung und Abtragung zwischen Mittel- und Oberoligozän postuliert. Demgegenüber behaupteten GÖRGES & PENNDORF 1952, die Chatt-Fauna sei allmählich in das Niederhessische Rupel-Meer eingewandert. Bei Aufschürfungen in Eschershausen, Hombressen wie auch im Ahnetal-Schurf des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung (Tagungsexkursion 1958 der Deutschen Geologischen Gesellschaft) ließen sich Grabgänge voll oberoligozänen Glaukonitsandes in den Rupelton hinein verfolgen. 5. Das Oberoligozän des Sollinggewölbes läßt sich folgendermaßen untergliedern: d) Limnisch-fluviatile Sande mit Ouarziten. c) Ophiomorpha-Sande (Weiße Sande mit Muscheln und Spurenfossil Ophiomorpha nodosa LUNDGREN). b) Formsande (schwachglaukonitische Feinsande, Glaukonit in Ophiomorpha und anderen Grabgängen angereichert, neugebildet). a) Kasseler Meeressand i. e. S. (Glaukonitsande mit Einschaltungen von fossilführenden Kalk- und Eisensteinen).