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Versalzung von Grundwasser und Boden in Wüstengebieten

Nöring, F.

Kurzfassung

Der Vortrag behandelt hydrogeologische Fragen, die auf dem Symposium der UNESCO über Salinitäts-Probleme in der ariden Zone in Teheran vom 11. bis 15. Oktober 1958 Erörterungen fanden. Wenn auch das natürliche Wasserdargebot gering ist, so bestehen doch Möglichkeiten, durch wasserwirtschaftliche Maßnahmen unter Berücksichtigung der hydrogeologischen Gegebenheiten, die nutzbare Wassermenge zu erhöhen. So erscheint es zweckmäßig, die Auslaugung von Salzlagern oder salzhaltigen Schichten dadurch einzuschränken, daß kreuzende oberirdische Wasserläufe aus dem Verbreitungsgebiet dieser Schichten verlegt werden oder deren Bett gedichtet wird. Wasserläufe, die in solchen Gebieten entstehen, sollten getrennt vom Süßwasserlauf in die zentralen Teile der kontinentalen Depressionen, die für alle Zukunft für landwirtschaftliche Nutzung ausscheiden, oder in das Meer geleitet werden. Auch kommt ihre Aufsammlung in Staubecken in Betracht, aus denen dann das Wasser verdunstet. In manchen Fällen können Salzwässer nach Befreiung von Schwebstoffen in Schluckbrunnen versenkt werden, wenn dadurch kein brauchbares Grundwasser betroffen wird. Vergleichbare Maßnahmen kommen für das Grundwasser in Betracht, das auf seinem Wege vor Erreichen der Salzlager abgepumpt werden kann. Dazu ist eine genaue Kenntnis der geologischen und hydrologischen Verhältnisse erforderlich. Bei der Bodenversalzung spielt der Flurabstand des Grundwassers eine ausschlaggebende Rolle. Das kapillar vom Grundwasser aufsteigende Wasser darf nicht die Wurzelzone der Pflanzen erreichen, da sonst der im Wasser vorhandene Salzgehalt im Boden sich anreichert. Bei der Bewässerung ist zu bedenken, ob dadurch nicht der Grundwasserspiegel in gefährlicher Weise gehoben wird. Schwere Rückschläge sind in verschiedenen Ländern bis in die jüngste Zeit durch diesen Vorgang erfolgt. In solchen Fällen muß das Grundwasser durch Dränen oder Abpumpen am weiteren Anstieg gehindert werden. Wässer, deren Salzgehalt sie für die Bewässerung unbrauchbar macht, können zur Auslaugung noch stärker versalzener Böden verwendet werden, während deren endgültige Entsalzung salzarmen Wässern vorbehalten bleiben muß.