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Hydrogeologische Untersuchung in El Salvador/Zentralamerika

Hölting, B.

Kurzfassung

An der Geologischen Landesanstalt in El Salvador/Zentralamerika sind in den letzten Jahren allgemeine Untersuchungen über die Verteilung des Grundwassers durchgeführt worden, über deren vorläufige Ergebnisse berichtet wird. 1. Hydrogeologische Grundlagen a) Morphologie. Großmorphologisch zeigt das Land eine deutliche küstenparallele Gliederung in der Abfolge (von S nach N) Küstenebene, Küstengebirge, Kette mit jungen, z.T. aktiven bis über 2000 m hohen Vulkanen (zwischen denen Einsenkungen infolge Lavenabwanderung liegen), Zwischengebirge, ältere Vulkanzonen, nördliches Grenzgebirge. Die Höhenzüge werden von (vermutlich tektonisch bedingten) Talungen mit Flüssen durchbrochen, die in den Pazifischen Ozean münden. Kleinmorphologisch: Ebene Flächen sind nur nahe der Küste ausgebildet, im übrigen Teil finden sich tief eingeschnittene Täler mit steilen Hängen, die Oberfläche ist also intensiv zergliedert. b) Geologie. El Salvador liegt in der zentralamerikanischen Vulkanzone. Die Küstengebirge, Zwischengebirge und z.T. das nördliche Grenzgebirge bestehen fast ausschließlich aus Agglomeraten, weniger aus verfestigten Tuffen. Es handelt sich um Ablagerungen eines vermutlich miozän/pliozänen Vulkanismus; zu dieser Zeit waren die Vulkane der älteren Vulkanzone tätig, deren Kegel selbst heute weitgehend erodiert sind. In der jüngeren Vulkanzone liegen z. T. noch tätige Vulkane, die entlang einer das Land in WNW-ESE streichenden Störung entstanden sind und aus (Andesit-) Laven, Schlacken und Bimsen gebildet werden. In ihrer Umgebung lagern fast ausschließlich helle lockere Tuffe. Infolge der weiten Verbreitung der relativ locker gelagerten Tuffe und Agglomerate können die ablaufenden Niederschlagswässer in kurzer Zeit tiefe Abflußrinnen bilden. So ist die morphologisch sehr intensive Gliederung des Landes zu erklären. Für hydrogeologische Überlegungen ist die Folgerung wichtig, daß in weiten Teilen des Landes Gesteine geringer Durchlässigkeit (Permeabilität der Tuffe und Agglomerate in der Größenordnung 5 bis 10 x 10-4 cm/sec) anstehen und nur in den Vulkanen mit ihren klüftigen Laven, Schlacken und Bimsen gut durchlässiges Material angetroffen wird. c) Klima. Das Klima ist subtropisch bis tropisch und zeichnet sich durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeit aus. In der Regenzeit (April bis Oktober) erreicht der Niederschlag eine Höhe von etwa 2000 mm. Da sich diese Menge auf 6 Monate verteilt, ist die Niederschlagsintensität (Niederschlagsmenge pro Zeiteinheit) sehr hoch. Als Folge davon wird bei den kurzen schauerartigen Regenfällen der Wasseranfall so stark, daß der überwiegende Teil oberirdisch abfließt und die Zeit zum Versickern (zumal bei der relativ geringen Permeabilität der Tuffe bzw. Agglomerate) gering ist.