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Wirkungen der Benthos-Organismen auf den Schichtverband

Schäfer, W.

Kurzfassung

Die Wirkungen der Benthos-bewohnenden Meerestiere liegen zu einem großen Teil in ihren Ortsbewegungen und in den Bauten, die sie anlegen. Beide Bildungen sind fossil erhaltungsfähig. Ordnen wir diese Spurenfossilien biostratinomisch, d.h. in bezug auf das Schichtgefüge, so können wir unterscheiden 1. Halbformen: a) Oberflächenspuren; b) Innenspuren. 2. Wühlgefüge. 3. Agglutinierte Röhren und Kalkröhren. Die Darstellung von Halbformen erfolgte erschöpfend durch A. SEILACHER. Wühlgefüge Entstehen ökologisch aus zweierlei Anlässen: a) um im Sediment zu wohnen. Es wird ein Bau errichtet, in dem atembares Wasser zirkulieren kann; die Wände sind verfestigt und können nach dem Tod des Tieres eine Sedimentfüllung erhalten; sie werden erhalten als "Gestaltungswühlgefüge" (Fossitextura figurativa). b) um im Sediment zu jagen oder um bei neuer Sedimentation aus den tieferen Sedimentschichten nach oben zu fliehen. Der Wühlweg zeigt keine Wandverfestigung; es entsteht lediglich eine Zerstörung der ursprünglichen Textur, wir sagen ein "Verformungswühlgefüge" (Fossitextura deformativa). Agglutinierte Röhren werden als Hochbauten errichtet. Sie werden, ebenso wie die Kalkröhren, immer oberhalb des Sediments angelegt. Es gibt außerdem agglutinierte Röhren, die selber ortsbeweglich sind und im Sediment ein Verformungswühlgefüge hinterlassen. Welches ist die prozentuale Häufigkeit der einzelnen Spuren-Arten im Sediment? Die Untersuchung von 358 benthonisch lebenden Meerestieren, die 579mal Spuren bildeten, erbrachte für die südliche Nordsee dieses Es ergibt sich für ein Meer nach Art der rezenten, südlichen Nordsee: Die Verformungswühlgefüge, bisher im Fossilen kaum beachtet, stellen mit fast 50% die häufigsten Spurenfossilien dar; sie sind gleichzeitig gut erhaltungsfähig (allerdings ökologisch schwer ansprechbar). Die im Rezenten so häufig sichtbaren Oberflächenspuren spielen in den Sedimenten einer Flachsee kaum eine Rolle.