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Neue Erkenntnisse über Fazies und Mächtigkeiten im Odenwälder Buntsandstein und ein Vergleich der Schichtfolge mit Nordhessen und Thüringen.

Backhaus, E.

Kurzfassung

Durch eine große Anzahl von Profilaufnahmen an morphologisch gut geeigneten Hängen wurde im Bereich des gesamten Odenwälder Buntsandsteins eine Neugliederung auf der Basis der rhythmischen Abfolgen durchgeführt. Daraus ergab sich für den Unteren Buntsandstein (Bröckelschiefer - einschl. ECKsches Konglomerat) eine Mächtigkeit von 90-100 m. Die Main-Neckar-Gruppe (hess. sm2 + sm3) erreicht 120-140 m, während die Detfurther Gruppe von 35 m im NW auf 50-60 m in südöstlicher Richtung zunimmt. Die Hardegsener Gruppe (mit Andeutung einer Zweiteilung) steigt von 75 auf 85 m an. Die Mächtigkeit der Solling-Gruppe verändert sich in gleicher Richtung von 70 auf 100 m. Die Rötfazies weist 30 m auf. Die Gesamtmächtigkeit nimmt von rund 400 m am Rande des kristallinen Odenwaldes relativ gleichmäßig nach E-SE auf rund 500 m zu. In gleicher Richtung nimmt die Feinkörnigkeit in den einzelnen Abschnitten zu, wie auch von SW (Neckar) nach NE (Main). Wie sich zeigt, lassen sich bekannte Gruppen in Nordhessen und Thüringen mit unseren Schichtfolgen parallelisieren, wobei der alte hess. sm5 = bad. C2 dem Wilhelmshausener Sandstein des Reinhardswaldes entspricht. Da der Karneolhorizont des Odenwaldes dem Thüringischen Chirotheriensandstein gleich ist, entsprechen diesem Horizont die unteren 2/3 des Trendelburger Sandsteins im Reinhardswald. Während der letzte Teil und die Karlshafener Sandsteine dem Plattensandstein bis zum sich einschaltenden Tonpaket gleich sind, ist das vom ersten stärkeren Tonhorizont bis zur einsetzenden Rötfazies folgende Schichtglied den Stammener Schichten äquivalent. Durch das Vorhandensein des Wilhelmshausener Sandsteins zwischen Thüringischem Bausandstein und Thüringischem Chirotheriensandstein in Thüringen ist der Thüringische Bausandstein als Hardegsener Gruppe erkannt. Wegen des unterschiedlichen Einsetzens der Rötfazies wird als Grenze zum Oberen Buntsandstein die Basis der Solling-Gruppe vorgeschlagen.