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Die Böden des Odenwaldes

Bargon, E.

Kurzfassung

Die Böden des Vorderen Odenwaldes wechseln vor allem infolge engräumiger Reliefunterschiede sehr stark. Aus Löß und Solifluktionssedimenten mit lößähnlicher Körnung haben sich unter Wald Parabraunerden oder Pseudogley-Parabraunerden entwickelt. In lößfreien Oberhanglagen treten dagegen Podsol-Ranker auf. Diese Typen, die sich vermutlich seit dem Alleröd fast überall ohne wesentliche Schädigung durch Bodenabtrag bilden konnten, hat die Erosion auf allen jetzt und früher einmal landwirtschaftlich genutzten Flächen modifiziert. Die Subtypen der Parabraunerde reichen dort beispielsweise von der Löß-Pararendzina über die gekappte Parabraunerde (Nutzungshorizont liegt im A3- oder B-Horizont) bis zum wenig entwickelten Boden aus Erosionssedimenten. Diese Erosionsformen sind im Gebiet des nördlichen Odenwaldrandes tschernosemartig. Auf Flächen mit schon immer nur geringmächtiger Lößauflage hat die rezente Bodenbildung bereits die oft tief vergrusten Gesteine des Kristallinen Grundgebirges erfaßt, so daß hier den jungen kolluvialen Ablagerungen Braunerde-Ranker gegenüberstehen. Die nur stellenweise verbreiteten und wahrscheinlich unter einem feuchtwarmen Klima entstandenen schweren roten und gelben Böden aus Granit und Granodiorit wurden vom Bodenabtrag geschont. Ihre unteren Profilreste werden jetzt als Plastosole genutzt und unterliegen gleichzeitig einer Typenwandlung. Im Hinteren Odenwald wechseln die Böden durch die mehr großkuppige Morphologie nicht so stark wie im Vorderen Odenwald. Unter Waldvegetation haben sich auf der sandigen Fazies des Buntsandsteines schwach ausgeprägte Podsole gebildet, während aus lehmigem Solifluktionsmaterial in Unterhanglagen meist podsolige Pseudogley-Parabraunerden hervorgegangen sind. Demgegenüber blieben im Gebiet der aus Schiefertonen aufgebauten alten Verebnungsflächen Reste tertiärer weißgrauer toniger Böden oder ihrer Umlagerungsprodukte erhalten. Auf die wasserstauenden Eigenschaften dieser tonigen Substrate ist die Entwicklung von Molkenstagnogleyen zurückzuführen. Unter dem Einfluß künstlicher Entwaldung sind ähnlich wie im Vorderen Odenwald Erosionsformen ausgebildet worden. Die Stärke des Bodenabtrages und die ursprüngliche Horizont- bzw. Schichtfolge bedingen die Eigenschaften dieser Subtypen. So sind bereits größere Flächen von Lößlehm oder dessen Solifluktionsmaterial befreit, was zur Verschlechterung der natürlichen Bodeneigenschaften geführt hat.