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Die Geologie der schleswig-holsteinischen Grundwasservorkommen und die Problematik ihrer Darstellung in hydrogeologischen Karten

Johannsen, A.

Kurzfassung

Die Grundwasservorkommen größerer Ergiebigkeit sind im wesentlichen beschränkt auf pleistozän verfüllte glaziale Erosionsrinnen und trogförmige Tiefenzonen des Miozäns und Pliozäns. Hinsichtlich Vorkommen und Ausbildung pleistozäner Rinnen können teilweise, für die jungtertiären Tröge generell, salinartektonische Einflüsse geltend gemacht werden. Daraus resultiert eine begrenzte Verbreitung der Sedimente (JOHANNSEN 1960). Die nichtbindigen Sedimente der Rinnen zeichnen sich im Gegensatz zu Wasserleitern des Moränenschuttes durch große Mächtigkeit, zusammenhängende Verbreitung, gute Durchlässigkeit und als Sammelraum für pleistozäne Zuflüsse aus (z. B. Rinne Quickborn). Besondere hydrologische Bedeutung erlangen die Rinnen, wenn sie unmittelbar in die Wasserleiter der tertiären Tröge einschneiden (z.B. Neumünster, Ratzeburger Seegebiet, Pinneberg). Wasserleiter des Jungtertiärs bilden vor allem Braunkohlensande des Unter- und Mittelmiozäns sowie die oberpliozänen Kaolinsande. Untergeordnet dienen marine Feinsande der Vierländer Stufe als Grundwasserlieferanten. Die bisherige Ansicht, daß Braunkohlensande (und Kaolinsande) flächenhaft über das mittlere und östliche Schleswig-Holstein verbreitet seien, kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Das Vorkommen brauchbarer Wasserleiter ist vielmehr von den salinartektonischen Vorgängen bestimmend beeinflußt worden - sowohl in den synsedimentären wie den postsedimentären Bildungsabschnitten. Die größeren Mächtigkeiten konzentrieren sich infolgedessen vornehmlich auf die Tröge zwischen den Salinarstrukturen. Das wenig mobile Gebiet der Westschleswigschen Trias-Scholle mit flachen Antiklinalen zeichnet sich im Jungtertiär durch relativ ruhige Sedimentationsvorgänge ab. Obere Braunkohlensande sind durch marine schluffige Feinsande und Glimmertone der Hemmoorer Stufe (unmittelbar unter dem Pleistozän) ersetzt (DITTMER, 1957). Untere Braunkohlensande fehlen weitgehend auch. Kaolinsande haben nur im hochliegenden Tertiär Sylts hydrologischen Wert.