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Zum Problem der Wassererschließung aus Tonschichten (Ein Beitrag zur Hydrogeologie des Leinetalgrabens)

Ackermann, E.

Kurzfassung

1. Tonschichten werden im Normalfall als wasserundurchlässig bezeichnet. In ihrem Bereich werden in Rohrbrunnen keine Filter gesetzt. 2. Gelegentlich kann man jedoch in Baugruben beobachten, daß aus den Klüften mesozoischer Tone geringe Wassermengen zusitzen, die sich allerdings schon in wenigen Stunden zu störenden Mengen ansammeln (z. B. in Lias-Tonen am oberen Berghang im Ostviertel von Göttingen). Von Luftschutz-Stollen in postdiluvialen, plastischen Tonen der gehobenen Küstengebiete von Norwegen ist bekannt, daß dort täglich bis zu 30 Eimer Wasser einsickerten (z. B. bei Trondheim). Praktisch besteht also eine geringe Durchlässigkeit sowohl bei klüftigen als auch bei plastischen Tonen. Obwohl diese schwache Durchlässigkeit beim Erdbau störend wirkt und sogar zu Bergrutschungen führen kann, ist sie für die Belange der Wassererschließung gewöhnlich so unbedeutend, daß sie mit gutem Grund vernachlässigt wird.