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Hydrogeologie des Weißelster-Beckens

Michel, G.

Kurzfassung

Als Weißelsterbecken (MEYER 1954) wird das Gebiet der ehemaligen Braunkohlenreviere Zeitz, Meuselwitz und Borna bezeichnet. Im Eozän und Oligozän stellt es einen küstennahen Senkungsbereich dar, in dem die Sedimentation von Lockergesteinen und die Bildung von 4 Braunkohlenflözen erfolgten. Die hydrogeologische Bearbeitung erstreckt sich auf ein etwa 500 km2 großes Gebiet. 5 Grundwasserleiter sind ausgebildet und stehen teilweise miteinander in Verbindung. Grundwasserleiter G sind die Festgesteine des prätertiären Untergrundes, die Grundwasserleiter G1-G4 bestehen aus tertiären und quartären Kiesen und Sanden. Die geologischen Verhältnisse sind in einer geologischen Profilkarte dargestellt. Wegen ihrer großen wasserwirtschaftlichen Bedeutung und ihrer ungenügenden stratigraphischen Gliederung wurden besonders die tertiären grundwasserführenden Schichten im Liegenden der einzelnen Braunkohlenflöze eingehend hydrogeologisch bearbeitet und die Ergebnisse in Karten im Maßstab 1:50 000 festgehalten. 3 Kartentypen werden jeweils unterschieden: 1. Verbreitung des Grundwasserleiters und die Grundwasserdeckfläche in Isohypsendarstellung. 2. Mächtigkeiten des Grundwasserleiters in 3 Abstufungen. 3. Karte hydrochemischer Analysen in Säulendiagrammen. Jährlich werden zur Zeit etwa 65-70 Millionen m3 Grundwasser entnommen. Eine hydrogeologische Überschlagsrechnung führt zu dem Ergebnis, daß eine Überbeanspruchung der Grundwasserlagerstätte bis jetzt nicht erfolgt. Die Qualität des Grundwassers wird durch hohe Nichtkarbonathärte und teilweise sehr hohe Eisengehalte stark herabgemindert, so daß kostspielige Aufbereitungen des Wassers erforderlich sind. In einer hydrochemischen Übersichtskarte wird die chemische Beschaffenheit der im untersuchten Gebiet vorhandenen Grundwässer mit Hilfe farbiger Flächen zusammengefaßt. Als Einteilungsprinzip wird die Härte in 4 Abstufungen benutzt. Hohe Gehalte an Eisen und aggressiver Kohlensäure wurden durch Schraffen besonders herausgestellt. Eine Grundwasserhöffigkeitskarte gibt in 5 Abstufungen (< 500, 500-1000, 1000-5000, 5000 bis 10 000, > 10 000 m3/Tag) die Entnahmemöglichkeit in m3/Tag, ohne Beziehung auf eine bestimmte Fläche, wieder. Am grundwasserreichsten erwiesen sich Absenkungsrinnen und -kessel, die durch Auslaugung von Gips und Anhydrit vor, während und nach der Flözbildung entstanden sind. (Veröffentlichungen über die Hydrogeologie des Weißelsterbeckens sind 1961 in der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Hochschule für Architektur und Bauwesen, Weimar, und im Heft 94 der Reihe C der Freiberger Forschungshefte vorgesehen.)