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Ergebnisse hydrogeologischer Arbeiten in Jordanien und Saudi-Arabien

Wolfart, R.

Kurzfassung

In Nordjordanien sind verschiedene Grundwasserlandschaften erkennbar, die sich weitgehend mit den morphologisch-tektonischen Großeinheiten decken. Von Westen nach Osten reihen sich aneinander: Jordan-Graben, Aufwölbung von Ajlun, Irbid-Ramtha-Becken, Sattel- und Muldenzone von Bal'ama und Beckenzone von Mafraq-Azraq. Bezugsniveau für die Grundwässer des nordwestlichen Teiles von Transjordanien ist das Jordan-Tal, für die Wüstengebiete des Ostens die Beckenzone von Mafraq-Azraq. Die Qualität der oberhalb des Vorflutniveaus vorhandenen Grundwässer ist stets gut. Sie kommen, wie es für seichten Karst typisch ist, anscheinend in schwebenden Stockwerken vor. Tiefer Karst ist im Hochland nur lokal ausgebildet, nämlich bezogen auf den jeweils benachbarten Vorfluter. Unterhalb der Hauptvorfluter ist häufig mit ziemlich hochgradiger Mineralisierung der Grundwässer zu rechnen. Der Raum um Riyadh (Saudi-Arabien) gliedert sich in 3 Grundwasserlandschaften auf, nämlich das Dhruma-Becken im Westen mit meist stark mineralisiertem Wasser, den Jebel Tuwaiq mit Süßwasser und das Kharj-Becken im Osten mit überwiegend mineralisiertem Wasser. Diese Verhältnisse resultieren aus dem Zusammenwirken folgender Faktoren: In den Beckengebieten ist die Verdunstung größer als der Abfluß; dadurch erfolgt eine allmählich fortschreitende Versalzung des Grundwassers. Der Niederschlag ist geringer als im Jebel Tuwaiq, die Versickerungsbedingungen infolge toniger Zusammenschwemmungen ungünstiger. Die Mineralisierung des Grundwassers wird durch Anhydritvorkommen in den Wasserleitern beschleunigt. Im Jebel Tuwaiq dagegen existiert besonders im Wadi-Nisah-Gebiet neben guten Versickerungsmöglichkeiten und relativ hohem Niederschlag entsprechend der allgemeinen Abdachung und dem Schichtenfallen ein nach Osten gerichteter Grundwasserabstrom. Die Grundwasserleiter besitzen gute Eigenschaften. Die beiden Hauptwadis im Nisah-Gebiet folgen jungen, Ost-West-streichenden Grabenbildungen, die zusätzlich als Leitbahnen für das Grundwasser dienen. In den Gräben beträgt die Mächtigkeit der Sand-Kies-Füllung bis 150 m; ihre Sammlerfunktion ist daher außerordentlich wirkungsvoll. Bohrungen trafen im Wadi Niash, 55 km südlich Riyadh, von 50 bis 150 m Wasser mit 11° dH, 30 mg/l Cl-, Spuren von SO4--. Entsprechend der Größe des Einzugsgebietes von 1850 km2 und einem Versickerungsanteil von 5% (bei einem Jahresdurchschnitt von etwa 90 mm Niederschlag) darf bei der durch Siebanalysen erwiesenen günstigen Durchlässigkeit des Wasserleiters mit einer ständigen Förderung von etwa 6-7 Millionen m3/Jahr gerechnet werden.