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Geologische Grundlagen des Wasserwerks Börßum der Abteilung Wasserwerke der Hüttenwerke Salzgitter Aktiengesellschaft

Kolbe, Heinz; Zühl, Friedrich

Kurzfassung

Die Anregung zum Bau des Wasserwerks ging 1937 von dem verstorbenen Prof. Dr. JOH. WEIGELT (damals Ordinarius in Halle/S.) aus. WEIGELT erkannte folgende günstige Voraussetzungen zur Anlage eines Großwasserwerks: 1. Die geologisch-tektonische Lage ließ ein untertieftes, als Speicher wirkendes Kiesbecken vermuten. 2. Unterirdischer Zustrom aus "Felswasserhorizonten" unter dem quartären Kiesbeckcen. 3. Zahlreiche Beweise aus Geschichte und jahrelanger persönlicher Beobachtung für den Wasserreichtum des Gebietes. In der Bewirtschaftung ungenutzter Grundwasservorräte, die dem Goldklumpen im Tresor vergleichbar wären, sah WEIGELT stets eine hohe volkswirtschaftliche Aufgabe. Er forderte, daß auch dieses Kapitel oft und schnell umgesetzt werde, damit es Zinsen trüge. Untergrundspeicher haben den Vorteil eines geringen Verdunstungsverlustes. Auf der Rohwasserseite fällt reines und gleichmäßig temperiertes Wasser an, der Bau weitab gelegener oberirdischer Stauanlagen mit teuren Rohrleitungen entfällt. Der Disharmonie jahreszeitlicher Mangel- und Überschußzeiten kann bei sorgfältiger Planung die Spitze gebrochen werden. Für WEIGELT war Börßum ein Musterbeispiel für die Ausnutzung von Naturgegebenheiten. Durch 228 Bohrungen, von denen die meisten auch heute noch als Pegelbohrungen in Benutzung sind, und durch 88 Bohrungen mit insgesamt 7623 Bohrmetern sowie durch 3 ortsnahe Erzbohrungen wurden WEIGELTS Vermutungen bestätigt.