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Einige Bemerkungen zu den geologischen Voraussetzungen der Wasserwerke Altwallmoden und Baddeckenstedt

Kolbe, Heinz; Zühl, Friedrich

Kurzfassung

Das mit dem Aufbau der Salzgitterwerke rasche Wachstum der westlich und südwestlich vorgelagerten Siedlungsgebiete erforderte den kurzfristigen Auf- und Ausbau einer Wasserversorgung. Von der Preussag wurden im Jahre 1938 alle näheren und weiteren leistungsfähigen Quellen untersucht und dabei zwei Quellen in Baddeckenstedt (2 Hauptquellen ungefaßt mit einer Leistung von 264 cbm/h angegeben) und eine Quelle im Gutspark von Altwallmoden (mit 50-140 cbm/h im ungefaßten Zustand) vorgeschlagen. Beide Quellen sitzen dem gleichen Plänerkalk-Karstgerinne an der Westflanke der Innerste-Mulde auf. An vielen Stellen des nördlichen Harzvorlandes bildet der Pläner ein hervorragendes Grundwasserstockwerk. Eine ganze Anzahl bekannter Quellen und Bohrbrunnen fördert Plänerwasser, das zwar ein hartes Wasser darstellt, aber auch Kohlensäure gut absorbiert. In diesem Zusammenhang ist an den bekannten Sauerbrunnen in Grauhof und auf die Quelle an der Palandsmühle hinzuweisen, zwei Quellwasseraustritte, die in einem unmittelbaren hydrologischen Zusammenhang mit den obengenannten Karstgerinnequellen stehen. Wo der Plänerkalk nicht, wie in der Innerste-Mulde, durch tektonische Verstellung (Gefälle!) und "Barrierestau" (WEIGELT) verkarstet ist, sondern einfach ein kluftreiches Gestein in hydrologisch günstiger Position darstellt, sind große Wasserreservoire vorhanden. Eine ganze Reihe Gemeinden beziehen Plänerkalkwasser oder fördern Diluvialgrundwasser, dessen Nachschub aus unterlagerndem Plänerkalk stammt. Das Wasserspeichervermögen beträgt je nach Beschaffenheit 140-350 l/m3. Bei Absättigung zeigen Plänerkalke bei geringer Schwerkraftwirkung nur geringe Fließgeschwindigkeiten, und wassergesättigter Pläner ist in gewissem Grade undurchlässig. So können sich auch Karstgerinne selbst abdichten.