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Tiefenwasser, Solquellen und Solewanderung im Bereich des Münsterschen Beckens

Fricke, Karl

Kurzfassung

Im Bereich des Münsterschen Beckens (im eigentlichen Sinne, wie im Ruhrgebiet und in der Niederrheinischen Bucht) treten außerhalb des im N und NW vorhandenen Zechsteinsalzes zahlreiche Solquellen, vornehmlich an der Grenze Emscher/Turon, auf. Weiterhin sind im Deckgebirge und im Paläozoikum bei Steinkohlemutungs- und Sole-Bohrungen Salzwässer, z. T. mit artesischem Auftrieb, angetroffen. Schließlich sind Solen aus den Grubenbauen des Ruhrgebietes bekannt. Die Salzwasserführung reicht teilweise bis in das Schiefergebirge hinein (Belecke), und im tertiären und auch paläozoischen Untergrund der Niederrheinischen Bucht hat man gleichfalls bei Bohrungen Salzwässer angetroffen (Krefeld, Köln u.a.). In der Regel wird eine Zunahme des Salzgehaltes mit der Teufe festgestellt, unabhängig von der Lage der Beobachtungsstelle zum Salzrand. Diese Zunahme ist im Paläozoikum stetig, im Deckgebirge unregelmäßig. Störungen, die Paläozoikum und Deckgebirge zugleich verwerfen, führen Salzwässer aus größerer Teufe in die oberen Stockwerke. Bohrungen, die im Deckgebirge derartige Störungszonen durchteufen, zeigen beispielsweise zunächst höhere, später wieder geringere Salzgehalte. Erst nach Erreichen und Durchörtern des Paläozoikums nehmen die Werte wieder stetig zu. Nahe der Grenze Emscher/Turon bedingen die im N und S einsickernden Süßwässer eine weitere Unregelmäßigkeit im Salzgehalt der Deckgebirgswässer, so daß lediglich von Fall zu Fall und unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse zu entscheiden ist, welche hydrologischen Voraussetzungen für Austrittsstellen der Salzwässer heranzuziehen sind. Besondere Beachtung verdient die Tatsache, daß in dem oben beschriebenen Gebiet Solquellen teilweise unmittelbar neben Süßwasserquellen austreten.