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Die Hydrogeologie der Hagenbachquelle in der Vorzone des Hüggels bei Osnabrück

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Zusammenfassung 1. Die Hagenbachquelle in Natrup-Hagen, nahe dem Hüggel bei Osnabrück, stellt den Überlauf aus einer trogartigen Schüssel dar, deren Boden aus der flachen, meist auf tonigem Jura ruhenden Überschiebungsfläche des der Osningtektonik angehörenden Silberberg-Großheide-Zuges besteht. 2. Als Grundwasserleiter tritt der aus Dolomiten und Rauchwacken gebildete Obere Zechstein auf. Die Quelle fließt an dem geodätisch tiefsten Schnittpunkt des Grundwasserleiters mit dem petrographisch dichten Schüsselrand aus. 3. Das Einzugsgebiet der Quelle erstreckt sich über mehrere Täler hinweg nach Großheide, wo neben der Oberflächenwasserscheide auch eine Grundwasserscheide im Zechsteingrundwasser verläuft. Das Einzugsgebiet wird an vielen Stellen wesentlich von dem Ausstrich der Überschiebungsfläche bestimmt. 4. Die Form des über- und untertägigen Einzugsgebietes hängt insgesamt von den morphologischen, tektonischen, petrographischen Gegebenheiten, von der Schichtlagerung, der Durchlässigkeit, von dem Verlauf der Schichtgrenze Oberer Zechstein/Unterer Buntsandstein und von der im östlichen Teil die Schüsselränder verbindenden Grundwasserscheide ab. 5. Die Hagenbachquelle liefert ein chlorid- und sulfatarmes Süßwasser, das dem örtlichen Buntsandsteinwassertyp gleicht. Offensichtlich schwimmt dieses Wasser als leichtere Oberschicht auf chloridhaltigem Sulfatwasser des in der Tiefe zu erwartenden Salinars, ein Umstand, der einer Nutzung der Quelle über die natürliche Schüttung hinaus Grenzen setzt.