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Erfahrungen bei der Anwendung hydrogeologischer Arbeitsmethoden in Neuaufschlußgebieten von Braunkohlentagebauen der Lausitz

Milde, Gerald

Kurzfassung

1. Einleitung Im Laufe der kommenden Jahre soll im Gebiet der Niederlausitz und des östlichen Brandenburg durch eine Anzahl von Braunkohlentagebauen das miozäne Flöz der Formsandgruppe (Lausitzer Unterflöz) weiter aufgeschlossen werden. Da das abzubauende Kohlenflöz von vorwiegend durchlässigen Lockergesteinen über- und unterlagert wird, bringen die Tagebauaufschlüsse umfangreiche Störungen des natürlichen Grundwasserhaushaltes mit sich. Im Rahmen des Forschungsprogramms des Geologischen Institutes der Bergakademie Freiberg hatte Verf. die Aufgabe, die Abbaufelder Fürstenberg (südlich Frankfurt/Oder), Schlabendorf (westlich Lübbenau), Welzow/Süd (westlich Spremberg) und Burghammer (zwischen Spremberg und Hoyerswerda) hydrogeologisch zu bearbeiten (Abb. 1). Entsprechend den praktischen Erfordernissen der Braunkohlenindustrie erstreckten sich die Bearbeitungsaufgaben nicht nur auf eine allgemeine Charakterisierung der hydrogeologischen Verhältnisse. Hauptaufgabe der Bearbeitung war es, ausgehend von einer möglichst umfassenden hydrogeologischen Aufnahme, die Größe des ständigen natürlichen Grundwasseraufkommens, die Menge des zum Zwecke der Wasserfreihaltung von Aufschlußelementen und Tagebauen zu hebenden Grundwassers und die voraussichtlichen Auswirkungen der großen Grundwasserabsenkungen zu erfassen. Damit bestand die Aufgabe, Zahlenmaterial zu erarbeiten, dessen Genauigkeit in Anbetracht des bescheidenen Pegel- und Versuchsmaterials (die Pumpversuche waren von der Braunkohlenindustrie schon durchgeführt worden) und in Anbetracht der Kompliziertheit der Bearbeitungsmaterie nur völlig überschlägig, z. T. auch nur fragmentarisch sein kann.