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Der Bau des westlichen Wettersteingebirges

Miller, Hubert

Kurzfassung

Zusammenfassung Aus dem westlichen Wettersteingebirge werden verschiedene neue stratigraphische und tektonische Beobachtungen mitgeteilt. Außer dem Neufund von Reichenhaller Schichten werden Besonderheiten in der Ausbildung von Muschelkalk, Partnachschichten, Wettersteinkalk und Raibler Schichten beschrieben. Die Tuffe des oberen Muschelkalkes entstammen entgegen der Ansicht VIDALS (1953) lokalen anisischen Eruptionen. Der unterste Wettersteinkalk gehört noch der anisischen Stufe an. Das Gebirge läßt sich in "Hochgebirge" und "Vorland" gliedern: Im N hängen die beiden Teile ungestört bis wenig gestört zusammen, im SW und S ist das Hochgebirge dagegen an einer NNE-fallenden Fläche von N nach S auf das südliche Vorland ("Jungschichtenzone") aufgeschoben. Die Achsen der Großfalten tauchen im S nach E, im N nach W ein. Mehrere Aufschiebungen in S-N-Richtung sowie kräftige E-W-streichende Störungen sind, ebenso wie die "Ammer-Loisach-Störungen", von sekundärer Bedeutung für den Bauplan des Gebirges. Die E-W-Bewegungen haben zu keinen Überschiebungen, sondern nur zu Blattverschiebungen von "Streifenschollen" geführt.