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Geologie des Ostendes der Mulde von Thiersee westlich Kufstein in Tirol

Wilmers, Wilhelm

Kurzfassung

Zusammenfassung Grundlage dieser Arbeit ist die erste Spezialkartierung des Gebietes um Thiersee. Die Mulde von Thiersee bildet das Ostende des ausgeprägtesten Muldenzuges der nördlichen Kalkalpen zwischen Isar und Inn, der von Mittenwald über das Achensee-Gebiet bis zum Inn N Kufstein durchzieht. Die Schichtfolge wurde zum ersten Male vollständig beschrieben. Sie umfaßt Serien vom Ladin bis in das Paläozän. Im Rhät und Jura gehören Nord- und Südflügel verschiedenen Faziesgebieten an. Die Serien des Nordflügels sind im Bereich einer Schwelle gebildet. Größte Bedeutung haben die Gesteine des Neokom durch ihre Mächtigkeit und die stratigraphische Reichweite bis in das Unteralb. Sedimente der Gosau liegen in verschieden alten, unterschiedlichen Ausbildungen diskordant über den älteren Serien. Die im Tertiär geformte Oberfläche wurde glazial überprägt. Im Quartär haben sich mächtige Terrassen aus Moränen und interglazialen Sedimenten gebildet. Die Mulde ist nach N überkippt. Ihre Flügel sind unterschiedlich gebaut: am Nordflügel sind Spezialmulden und -sättel typisch, am Südflügel Brüche. Die Struktur des Muldenabschlusses im E ist noch ungeklärt. Die Deutung als Blattverschiebung ist am wahrscheinlichsten, doch sprechen einzelne Beobachtungen für ein Umbiegen des Wettersteinkalk-Hauptdolomit-Sattels. Die tektonische Überlagerung von Nierentaler Schichten durch Neokom beweist postpaläozäne Bewegungen.