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Deckenbau und Fazies im Salzkammergut

Tollmann, Alexander

Kurzfassung

Das Salzkammergut ist seit Beginn kalkalpiner Forschung auf Grund seines Fossilreichtums, der eigenartigen, vielfältigen faziellen Entwicklung, der Salztektonik und in späterer Zeit zufolge der Deckentektonik Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit gewesen. Besonders die Erkenntnis des Deckenbaues durch HAUG zu Beginn dieses Jahrhunderts brachte uns einen entscheidenden Schritt vorwärts und bot eine Erklärung für die bis dahin unverständlichen Gegensätze hinsichtlich Lagerung, Fazies und Mächtigkeit der Serien auf engstem Raum. Aber kaum 10 Jahre später gaben NOWAK und HAHN eine andersartige Deutung des Deckenbaues. Der Gegensatz der Meinungen besteht in ähnlicher Form aber bis heute in den konträren Auffassungen von KOBER und SPENGLER. Das Gebiet bietet demnach auch heute noch reichlich Probleme tektonischer und fazieller Natur. So bildet z. B. die Fortsetzung der im Salzkammergut zuerst von HAUG erkannten zwei faziell stark divergierenden Decken in der Hallstätter Zone gegen W und E noch immer ein interessantes Forschungsobjekt. Gegen E namentlich deshalb, weil dort die zunächst tektonisch klar abgetrennten zwei Hallstätter Fazieszonen E der Enns in den Mürztaler Alpen eine andere tektonische Aufteilung erfuhren und am Ostrand der Kalkalpen in der Hohen Wand, wie E. KRISTAN nachwies, mit Sicherheit nur mehr eine Hallstätter Decke mit Faziesübergängen an den Rändern zu den benachbarten Einheiten besteht. Uns wird hier daher besonders die Frage nach Faziestrennung und Faziesübergängen in der Hallstätter Zone und in ihrem Rahmen im klassischen Gebiet, im Salzkammergut, interessieren. Für die tektonische Gliederung, namentlich also für die bis in die jüngste Zeit durch KOBER und SPENGLER verschieden beantwortete Frage: Dachsteinmasse primär höher oder tiefer als die Hallstätter Decken, sind der Plassen, die Hallstätter Schollen im Mitterndorfer Raum und die Grimmingstirne die Angelpunkte.