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Der Muldenbau in der subalpinen Molasse des Prienprofils im östlichen Oberbayern

Hofmann, Gerhard W.

Kurzfassung

Zusammenfassung Die kartographische Aufnahme dieses zuletzt von HAGN & HÖLZL (1952) und von GANSS (in GANSS & SCHMIDT-THOMÉ 1955) bearbeiteten Gebietes der subalpinen Molassezone erbrachte neue stratigraphische und tektonische Ergebnisse. Die stratigraphische Einstufung einiger Aufschlüsse mußte revidiert werden, und in bisher ungeklärten Fällen konnte auf Grund von Foraminiferen- und Molluskenfunden eine Verfeinerung der Grenzziehung erzielt werden. So gehören die Aufschlüsse an der Prien bei Dösdorf teils dem Rupel, teils dem Chatt An. Die Fischschiefer des unteren Burdigals sind im Priental in einer Mächtigkeit von 200 m aufgeschlossen und können nach Osten bis zum Rand der Chiemsee-Depression verfolgt werden. Das untersuchte Gebiet liegt in der Übergangszone von brackischer zu mariner Molasse. Der Wechsel in der faziellen Ausbildung wird vom oberen Rupel bis ins Helvet verfolgt und die Stellung der Bausteinschichten diskutiert. Im tektonischen Bau dieses Teiles der subalpinen Molasse ergibt sich die Notwendigkeit größerer Revisionen. Die "Frasdorfer Mulde" zwischen Dösdorf und Reit entfällt zugunsten einer durchgehenden Altersfolge. Die Schichten von Dösdorf und Reit sind nicht parallelisierbar. Die Sandmergel von Dösdorf gehören dem unteren Chatt an, während die Sandsteine von Reit im oberen Teil des mittleren Chatts liegen. Darüber hinaus bilden die Mergel an der Rainer Mühle nicht das Liegende der chattischen Sandsteine von Reit (Rupel-Tonmergel-Schichten), sondern stellen oberes Chatt dar (HAGN & HÖLZL 1952, 1954). Die rund 3 km breite Bernauer Mulde ist mit ihrem westlichen Teil in den Gräben SW Bernau aufgeschlossen. Der Nordrand der Bernauer Mulde geht über den Sattel von Wiedendorf in den aufgerichteten Südteil der ungefalteten Molasse über. Die Grenze zwischen gefalteter und ungefalteter Molasse liegt nicht, wie in der bisherigen Deutung, bei Wildenwart, sondern 1,5 km südlicher am Nordrand des Sattels von Wiedendorf.