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Zur Frage der Faltungszeiten in den deutschen Alpen (113, S. 359).

Zeil, W.

Kurzfassung

Diskussionsbemerkung: M. RICHTER, A. TOLLMANN, C. W. KOCKEL. E. KRAUS: Die schönen, zeitgemäßen Ausführungen des Vortragenden schlossen erfreulicherweise mit der Anerkennung der außerordentlichen Anregungen, mit welchen Hans STILLE unsere erdgeschichtliche Wissenschaft durch 50 Jahre belebt hat. Rühmen wir doch unseren allverehrten Altmeister darum, daß er uns über das in seiner Zeit epochale, noch wesentlich beschreibend-tektonische Strukturbild des Erdantlitzes eines EDUARD SUESS hinausgeführt hat zu einem besseren Verstehen der tektohistorischen Erdentwicklung. Dies ging aus von einer Feststellung und Deutung der Diskordanzprofile in den Gebirgsländern und führte zur Aufstellung des Systems der orogenen Phasen. Gewiß erscheinen uns diese besonders in den Geosynklinalen nur deshalb als kurzfristig, weil wir aus den Diskordanz-Profilen allein das betreffende Ende, aber nicht die vorangegangene tektonische Entwicklungszeit ablesen können, welche - freilich nur verschwommen - aus den Meeresbodenbewegungen und aus den orogenen Sedimenten erschlossen werden kann. Zugleich öffnete STILLES historische Betrachtungsweise den Sinn dafür, das bereits ungeheuer angeschwollene Beobachtungsmaterial historisch zu ordnen. Ein Beispiel für die Deutschen Alpen brachte uns W. ZEIL. Außerdem hat uns aber die wachsende Klarheit über die zeitliche Reihenfolge der geologischen Ereignisse auch schon erlaubt, heranzutreten an den Versuch, Grundsätze des Werdens unserer Erdkruste zu erwägen, die uns als solche genetischer Art erscheinen.