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Zur petrographischen Entwicklung des rechtsrheinischen Buntsandsteins im Ruhrgebiet

Wolansky, D.

Kurzfassung

Bekanntlich steht der Buntsandstein im Ruhrgebiet nicht übertage an, sondern ist unter Tertiär- und Kreideüberlagerung lediglich durch Schacht- und Bohrlochaufschlüsse bekannt geworden. Neue Aufschlüsse werden nur sehr selten geschaffen. Um so erfreulicher ist es, daß die Gelsenkirchener Bergwerks-AG. in ihren Grubenfeldern Nordlicht Ost und Lippermulde in den Jahren 1958-1960 mehrere Aufschlußbohrungen nicht nur im Karbon, sondern auch im Deckgebirge vollständig kernen ließ, wobei sich die Gelegenheit ergab, u. a. den Buntsandstein sorgfältig nach petrographischen Merkmalen aufzunehmen. Letztmalig wurde der niederrheinische Buntsandstein von H. BOIGK 1956 [Ausbildung und Paläogeographie des Buntsandsteins im nördlichen Teil der Niederrheinischen Bucht und seine Beziehungen zu benachbarten Gebieten. - Geol. Jb. 72 (1956), S. 347-366] zusammenfassend bearbeitet. Der Verfasser kommt zu dem Schluß, daß der Buntsandstein im nordwestlichen Ruhrrevier in seiner Ausbildung ein Bindeglied zwischen der überwiegend schluffig-tonigen Entwicklung im Emsland und der sandig-konglomeratischen Fazies am Eifel-Nordrand darstellt. Im rechtsrheinischen Ruhrgebiet macht sich eine starke Beeinflussung der Fazies durch die Nähe der Rheinischen Masse und die unterschiedlichen Ablagerungsverhältnisse über den Horst- bzw. Grabenschollen des Karbons bemerkbar. Ein Altersvergleich der Schichten ist daher außerordentlich schwer. Das Studium der genannten Neuaufschlüsse, zu denen noch die im Jahre 1957 niedergebrachte Tiefbohrung Prosper 5 der Rheinstahl-Bergbau AG. und die Bohrung Lohberg Wetterschacht 3 der Hamborner Bergbau AG. (1960) kommen, brachte nunmehr einige wertvolle neue Erkenntnisse. Der Übergang zu den Schichten des Zechsteins, insbesondere den Zechsteinletten, erfolgt so allmählich, ohne eine bezeichnende petrographische Grenze, daß kein Grund besteht, eine größere Schichtlücke anzunehmen. Man muß daher die tiefsten Schichten des Buntsandsteins im Niederrheingebiet dem unteren Buntsandstein zurechnen und nicht dem mittleren, wie es ältere Autoren zum Teil angenommen haben.