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Der Stand der geologischen Kenntnisse vom Ruhrrevier vor 100 Jahren: das Werk Lottners

Rabitz, A.

Kurzfassung

Vor rund 100 Jahren sind die Grundzüge der Stratigraphie und Tektonik des Ruhrreviers von F. H. LOTTNER erstmalig in der "Flötz-Karte der Steinkohlenformation in Westphalen" und den dazugehörigen umfangreichen Erläuterungen (1859) dargestellt worden. Die Lagerungsverhältnisse mit den Haupt-Sätteln und -Mulden des seinerzeitigen Bergbaureviers - das vom Ausgehenden im Süden bis etwa zur Linie Oberhausen-Wattenscheid-Dortmund reichte - sind mit Hilfe von 3 Leitflözen dargestellt, von denen das Flöz Sonnenschein heute noch als solches gilt. Obwohl der stratigraphische Wert der Fossilien, insbesondere der marinen Horizonte, noch nicht bekannt war, konnte LOTTNER die seinerzeit durch Bergbau erschlossene Flözfolge, besonders der heutigen Wittener und Bochumer Schichten, schon recht genau darstellen. Neben der bekannten Zunahme des Inkohlungsgrades mit der stratigraphischen Teufe stellte er bereits die Abnahme im Fortstreichen vom Westen des Ruhrreviers nach Osten fest. Die später wiederholt bestätigte Beobachtung, daß die Sprünge jünger als die Überschiebungen seien, wird bereits mitgeteilt. Die Verwerfungen des Steinkohlengebirges setzen sich nach LOTTNER nicht ins Deckgebirge fort, die Möglichkeit wird jedoch nicht ausgeschlossen.