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Probleme bei der Neugliederung der Buntsandstein-Formation

Becksmann, E.

Kurzfassung

Daß bei einer nur nach lithologischen Gesichtspunkten gliederbaren Formation wie dem Buntsandstein die jeweils für bestimmte Gebiete erarbeiteten Gliederungen nicht einmal in den Grenzen der gewöhnlich unterschiedenen drei Abteilungen für das ganze Verbreitungsgebiet verläßlich miteinander stratigraphisch korrelierbar sind, verwundert ebensowenig wie die bei Versuchen in dieser Richtung mehrfach vorgekommene unzulässige Gleichsetzung petrographisch ähnlicher oder gleich benannter (z. B. Bausandstein, Chirotheriensandstein usw.), jedoch nicht isochroner Schichtenglieder. Die zur Bereinigung dieses Wirrwarrs in Angriff genommene und vor allem vom Buntsandstein-Arbeitskreis der Geologischen Landesämter getragene Bearbeitung einer einheitlichen und sinnvollen Gliederung des Buntsandsteins basiert auf der von H. BOIGK im Bereiche sehr mächtiger Ausbildung im südlichen Niedersachsen nachgewiesenen Aufgliederung in eine Reihe von Großzyklen (basaler Grobsandstein → Wechselfolge Sandstein/Tonstein → Tonstein), die schrittweise durch sorgfältige, von geologischen Spezialaufnahmen gestützten stratigraphischen Untersuchungen in südlicher Richtung weiter verfolgt wird. Dabei überrascht immer wieder, daß bestimmte Gesteinsausprägungen über erhebliche Strecken, gelegentlich sogar über Hunderte von Kilometern durchhalten, ein Faktum, das für die Genese des Buntsandsteins sehr zu beachten ist. Inzwischen läßt sich klar übersehen, daß der Obere Buntsandstein im Norden nur den letzten Zyklus, im südlichen Deutschland aus von der dortigen Ausbildung verständlichen petrographischen Gründen jedoch die beiden oberen Zyklen umfaßt. Daß der im Spessart noch gut ausgebildete Mittlere Geröllhorizont als dortige Basis des Mittleren Buntsandsteins keineswegs mit dem umgekehrt nach Norden ausklingenden, tiefer liegenden Eckschen Konglomerat südlich des Mains parallelisiert werden darf, hat bereits M. SCHUSTER nachgewiesen. Somit liegt in Süddeutschland also auch die Grenze zwischen Mittlerem und Unterem Buntsandstein um einen Zyklus tiefer als im Norden.