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Zur Geologie, Hydrogeologie und Petrographie auf Blatt Freiburg 1:25 000

Hüttner, R.; Sauer, K.; Wimmenauer, W.

Kurzfassung

Hydrogeologie. Ihre Schilderung beschränkt sich auf den unterirdischen Abfluß im Leiter aus kantigen und rolligen Lockergesteinen der pleistozänen Hangschuttbildungen und Talfüllungen, der Porengrundwasser ist. Seine stauende Sohlschicht ist Grundgebirge aus Gneis. Das in den mesozoischen Sedimenten enthaltene Schichtengrundwasser wird angesichts ihres minimalen Blattanteils vernachlässigt, es ist auch praktisch ohne Bedeutung. Hochliegendes und tiefliegendes Porengrundwasser sind zu unterscheiden. Die Begriffe werden auf die Ebene bezogen, auf der sich die Dreisam als Hauptvorflut des Blattgebietes bewegt. Ihr über die Blattgrenzen hinausgehendes Einzugsgebiet umfaßt am Pegel Ebnet 257 km2. Das hochliegende ist auf die in der Regel geringmächtige Hangschuttdecken beschränkt; darunter gibt es Fälle, wo der sonst in geringer Tiefe bereits unverwitterte Gneis auf mehrere m Tiefe verwittert oder vergrust ist und in diesem Teil ebenfalls zum Leiter wird. Da das Relief der Höhen und Hänge ausgeprägt ist, verteilt sich das Grundwasser auf viele kleine, voneinander völlig getrennte einzelne Einzugsgebiete. Der oberflächliche Abfluß (geringer nutzbarer Porenraum der Sedimente!) und die Verdunstung sind bedeutend, so daß der unterirdische gering wird. Die Quellenergüsse liegen daher im Mittel pro Austritt unter 1 l/s. Sie schwanken etwa im Verhältnis 1:8. Einzelne Quellen mit Ergiebigkeiten von 0,1 bis 0,05 l/s in Trockenzeiten sind zur Versorgung noch begehrt, vor allem für die hochgelegenen Ortschaften und Streusiedlungen (z. B. St. Ulrich, Hofsgrund) und die Siedlungen am Bande des Zartener Beckens (z. B. Kappel, Ortsteil Freiburg-Littenweiler). Die Südexpositionen zeichnen sich durch Ergüsse aus, die unausgeglichener sind als jene der Nordexpositionen. Den Hauptanteil des unterirdischen Abflusses nimmt das tiefliegende Grundwasser in der Kies- und Sandfüllung des Zartener Beckens östlich Freiburgs auf. Er wurde am Pegel Ebnet mit etwa 2 m3/s ermittelt (SCHWARZMANN 1958). In dieser Zahl ist die durch das Wasserwerk der Stadt Freiburg entnommene Wassermenge nicht mehr enthalten. 2 m3/s sind also noch gewinnbar. Wie verteilen sie sich auf den Leiter? Dieser ist ein inhomogenes Korngemisch von Schluff bis zu m3-großen Blöcken (Aufbaumaterial: vorwiegend Gneis, seltener Granit mit Ganggefolgschaften, äußerst selten Buntsandstein). Der prozentuale Anteil der einzelnen Kornfraktionen wechselt sowohl horizontal wie auch vertikal rasch.